1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Lebensmittel-Kontrollen in Düsseldorf: Vorsicht, wenn am Salat die Fruchtfliege kreist

Lebensmittel-Kontrollen in Düsseldorf : Vorsicht, wenn am Salat die Fruchtfliege kreist

Immer häufiger werden in Lebensmittelgeschäften frisch gepresste Säfte, aufgeschnittenes Obst oder Frucht-Cocktails verkauft. Der Verbraucherschutz warnt: Hygiene wird nicht immer beachtet.

Das Amt für Verbraucherschutz nimmt derzeit verstärkt Geschäfte unter die Lupe, in denen frisches Obst oder Gemüse zubereitet oder gepresst und offen verkauft werden. Man reagiert damit auf einen Trend zu Rohkost und gesunder Ernährung. Ananas, Melone, Mangos, Beeren, Pflaumen - viele Verbraucher wollen das Obst mundgerecht oder als fertigen Salat, gern zum Mitnehmen für die Mittagspause im Büro. Immer mehr Läden stellen sich auf diese Nachfrage ein und bieten Entsprechendes an — aber nicht immer tun sie das auch mit den notwendigen Hygiene-Maßnahmen, hat das Amt für Verbraucherschutz festgestellt.

Jedes Geschäft, das Lebensmittel verkauft, wird mindestens einmal pro Jahr kontrolliert. Dabei ist aufgefallen, dass nicht alle ausreichend vorsorgen, wenn sie Obst pressen, aufschneiden oder für den baldigen Verzehr bearbeiten.

30 Geschäfte wurden daher näher ins Visier genommen — und, um das Fazit vorweg zu nehmen, in einigen wurden bedenkliche Überschreitungen von Grenzwerten bei gesundheitskritischen Keimen gefunden. Allerdings war keine Probe so stark belastet, dass es wirkliche Gesundheitsgefährdungen gegeben hätte. Aber einige der begutachteten Speisen waren zum Verzehr schon nicht mehr geeignet, sagte gestern die zuständige Dezernentin Helga Stulgies (Grüne) und der Leiter des Amtes für Verbraucherschutz, Klaus Meyer. Die weitaus meisten Proben waren jedoch klar unter den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Grenzwerten, hieß es gestern.

  • Hintergrund : Zehn alltägliche Hygienefallen
  • Hygienetipps für die Küche
  • Ernährungsmythen aufgedeckt
  • Sobald die Corona-Zahlen einen Schwimmbadbesuch in
    Eintrittskarten für Schwimmbadbesuch in Hilden : Verbraucherschützer begrüßen das telefonische Angebot
  • Neuer Laden in der Fußgängerzone : Orientalisches Geschäft eröffnet in St. Tönis
  • Rindfleisch spielt im Bergischen eine sehr
    Essen und Trinken im Bergischen Land : Viel Potenzial für Nutzung regionaler Lebensmittel

Das Ergebnis sei dennoch ernst zu nehmen, weil es zeige, dass viele Anbieter allzu sorglos mit diesen schnell verderblichen Waren umgehen, sagten die Fachleute. So seien Saftpressen aufgefallen, die über Stunden, womöglich sogar Tage nicht gereinigt wurden, oder Schneidebretter mit Rückständen, verschmutzte Messer, unsachgemäße, weil schmutzige Lagerung von Verkaufsbechern, sowie mangelnde Kühlung, weil Becher mit Obstsalaten auf der Theke angeboten wurden.

Dabei geht bei verschiedenen Obstsorten der Befall von Mikroorganismen sehr schnell. Und sind sie einmal aktiv, verdoppelt sich die Zahl mancher von ihnen binnen 20 Minuten. Sommerliche Wärme beschleunigt das Ganze.

Den Verbrauchern raten die Experten, im eigenen Interesse auf die Hygiene der Verkaufseinrichtungen zu achten — und notfalls ein Produkt abzulehnen, wenn man skeptisch ist. Sicheres Warnzeichen für mangelhafte Sauberkeit sind Fruchtfliegen: Wo die herumschwirren, hat der Verfall von Obst oder Gemüse schon begonnen. Sie haben dafür eine feine Nase, sagte Meyer, und werden über größere Entfernungen angelockt. Wo also die Fruchtfliege kreist, sollte man besser nicht kaufen.

Wer bei den Kontrollen der Verbraucherschützer aufgefallen ist, wird auf jeden Fall belehrt und zur Verbesserung aufgefordert. Manchmal bestehen die Kontrolleure auf Säuberungen noch in ihrer Gegenwart, aufwändigere Aktionen werden später kontrolliert .

Wer sich nicht daran hält und wiederholt erwischt wird, dem drohen Ordnungs- oder Bußgelder.

(RP)