Reisen von Kommunalpolitikern in Düsseldorf: Vorsicht vor Populismus

Reisen von Kommunalpolitikern in Düsseldorf: Vorsicht vor Populismus

<a href="mailto:joerg.janssen@rheinische-post.de" target="_blank">joerg.janssen@rheinische-post.de</a>

Auch Gleichstellungsbeauftragte sollten reisen, wenn es ihre Aufgaben unterstützt - gerade, wenn die Kosten moderat sind. Die Vorbereitung sollte aber besser laufen als die der derzeit diskutierten Reise, findet unser Autor.

Der Szenenapplaus dürfte dem Bund der Steuerzahler sicher sein, wenn er den Besuch von Ratsfrauen in Palermo als "Lustreise" brandmarkt. Blaues Meer, Frühling, eine atemberaubende Küste und die Melodie des "Paten" im Ohr - das sind die Assoziationen, die das Wort wohl auslösen soll.

Doch ganz so einfach ist es nicht mit der Reisewelt kommunaler Mandatsträger. Natürlich macht es Sinn, wenn Menschen, die über eine Bibliothek entscheiden, sich ein gelungenes Projekt im Nachbarland anschauen. Oder wenn Planer auf Immobilienmessen die Konzepte anderer Großstädte unter die Lupe nehmen.

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Genauso sinnvoll kann es sein, sich über Frauenförderung oder Anti-Gewalt-Projekte in der Partnerstadt zu informieren. Zumal die Kosten mit 3000 Euro moderat sind.

Vorsicht also angesichts einer Schelte, die - gewollt oder ungewollt - eben auch die einfache Weltsicht antiparlamentarischer Populisten bedient. Einen Schuh darf sich der Gleichstellungsausschuss aber doch anziehen: Die Vorbereitung des Trips erinnert eher an die Provinz als an eine Landeshauptstadt.

(RP)