Pétanque-Festival am Rhein: Von wegen Altmänner-Sport!

Pétanque-Festival am Rhein : Von wegen Altmänner-Sport!

Am Wochenende wurden am Unteren Rheinwerft beim Pétanque-Festival verschiedene Turniere des Boule-Spiels ausgetragen. Unter den Spielern waren nicht nur viele junge Männer, sondern auch viele Frauen.

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p class="text">Nach dem ersten Volltreffer will Diane McPeak-Ferkinghof nun den nächsten Coup landen. Konzentriert beugt sich die 46-Jährige vornüber und stößt die Kugel aus dem Handgelenk ab. Zack, die Kugel des gegnerischen Teams ist weggekickt, und McPeak-Ferkinghofs eigene Kugel bleibt fast genau an deren Stelle liegen. Um Kugeln, "Schweinchen", gezielte Schüsse und Punkte ging es am Wochenende beim Festival de Pétanque, organisiert vom Boule-Club "Sur Place". Knapp 800 Spieler in mehr als 300Teams machten Jagd auf die "Schweinchen" genannte kleine Holzkugel, darunter knapp 200 Hobbyspieler.

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p class="text">Pétanque ist eine Variante des Boule-Spiels und leitet sich aus dem französischen Ausdruck für geschlossene Füße ab: "pieds tanqués". Denn ebenso steht man im Abwurfkreis und spielt auf eine Entfernung von sechs bis zehn Metern. Während das "Jeu de Boules" schon im 13. Jahrhundert gespielt wurde, entstand die Pétanque-Variante vor 100Jahren an der Côte d'Azur.

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p class="text">Baskenmützen waren wenige zu sehen, und auch das Vorurteil, Pétanque sei ein "Altmänner-Sport", ist wohl überholt. Widerlegt von Diane McPeak-Ferkinghof und ihren Teamkameradinnen Karin Voigtländer (42) und Ada Hartmann (58), aber auch von vielen anderen jungen Frauen und Männern - eher mit Baseballkappen - beim Festival am Unteren Rheinwerft. "Wir sind als Spielerinnen nicht mehr atypisch", sagt Ada Hartmann. "Aber als ich anfing vor 35Jahren, musste ich mir meinen Platz erkämpfen." Doch sie überlistete die am Rheinufer Boule spielenden Männer: "Ich hatte immer Kaffee und selbstgebackenen Kuchen dabei - da haben sie mich in ihren Kreis aufgenommen."

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p class="text">Diane McPeak-Ferkinghof und Karin Voigtländer lernte sie fast 25Jahre später kennen - wiederum am Rheinufer, und seitdem sind die drei Damen ein Team. "Wir reden nicht viel", sagt Karin Voigtländer, "wir verstehen uns ohne Worte." Dies und dass sie sich nach jedem guten Schuss abklatschen, habe schon manchen Gegner irritiert. "Wir pushen uns gegenseitig hoch." Der Mannschaftsgeist sowie die Kombination von hoher Konzentration mit einem Gefühl von Spaß und Leichtigkeit haben die drei für Pétanque eingenommen. "Aber wir spielen keine laxe Nummer, sondern sportlich", betont Ada Hartmann schmunzelnd. Alle drei sind Mitglied bei "Sur Place", einem der zehn Vereine in der Stadt, in denen man Boule spielen kann und trainieren regelmäßig. Diane McPeak-Ferkinghof und Karin Voigtländer sind 2005 sogar deutsche Meisterinnen geworden.

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p class="text">"Die Stadt bemüht sich sehr um die Boule-Spieler", so Stefan Gärtner, einer der Organisatoren und Vorsitzender von "Sur Place". "Es gibt wohl in jedem Stadtteil einen zum Spielen geeigneten Platz. Und das Rheinufer für unser Festival ist natürlich auch ideal."

Sieger des für Hobbyspieler offenen Turniers "Grand Prix de Düsseldorf" wurde das Team von Thomas Darius, Acka Frössler und Christoph Kirchberg.

(RP)
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