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Düsseldorf: Von Bienen und Blümchen

Düsseldorf : Von Bienen und Blümchen

Der Düsseldorfer Imkertag informierte gestern über das Leben zwischen den Waben. Die Züchter suchen dringend Imkernachwuchs. Eine Möglichkeit: sich einfach ein eigenes Bienenvolk mieten und betreuen.

Tristan ist 15 Jahre alt und Bienenhalter. Seit zwei Jahren ist er Mitglied im Verein „Apidea mellifica“, der die Bienenzucht und den Imkernachwuchs in Düsseldorf fördert. Während eines Sommerurlaubs auf Langeoog besichtigte Tristan eine Bienenbegattungsstation. Sein Interesse an den Tieren war geweckt und er suchte nach einer vergleichbaren Einrichtung in seiner Umgebung. So kam er in die Imkerei von Alfred Luchten am Südfriedhof. Luchten betreibt mit seiner Frau eigentlich eine Gärtnerei. Vor vier Jahren erweiterte er seinen Laden jedoch um eine eigene Imkerei und einen Imkereibedarfshandel. Rund 21 Bienenvölker gehören ihm zur Zeit. Am gestrigen Sonntag veranstaltete er mit anderen Imkern aus dem Verein ein Familienfest, um den Besuchern die Bienenzucht näher zu bringen.

Die Imker in Deutschland haben damit zu kämpfen, dass ihr Beruf immer mehr in Vergessenheit gerät. Zusammen mit Uwe Plath vom Kreisimkerverband Düsseldorf rief Luchten bereits vor einiger Zeit das Projekt „Rent A Bee“ ins Leben. Interessenten jeden Alters können für eine Saison ein eigenes Bienenvolk mieten und betreuen. Im Juli wird der von den Bienen hergestellte Honig geerntet und darf komplett behalten werden. Allein in diesem Jahr konnte der Verein so 17 neue Mitglieder gewinnen.

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Optimal sind zwei Kilo Honig

Herbert Ladwig zeigt den Besuchern die Honigschleuder, durch die der Honig aus den Waben gewonnen wird. „Sechs Wabenrähmchen passen da rein“, erklärt der 79-Jährige. „Bei optimalen Bedingungen erhalten wir zwei Kilogramm Honig pro Rähmchen.“ Die Rähmchen setzt der Imker zu Beginn der Saison in die Bienenstöcke ein und wartet, bis die Bienen sie mit Honig füllen oder für die Aufzucht der eigenen Brut verwenden. „So eine Königin legt bis zu 2000 Eier pro Tag“, erzählt Lothar Fischer, dessen Frau Marga sich seit diesem Jahr Jungimkerin nennen kann. „Man fängt als Bienenhalter an“, so Plath. „Durch Weiterbildung kann man dann Imker werden.“

Paul (12) besitzt auch ein eigenes Volk. Zur Fütterung gibt er seinen Bienen Zuckerwasser. Da sein Stock am Friedhof liegt und dort viele Blumen wachsen, produziert sein Volk Blütenhonig. Er erklärt: „Wäre hier ein Tannenwald in der Nähe, würden sie Tannenwaldhonig herstellen.“ In dieser Saison hat er 16,5 Kilogramm Honig gehabt.

Im vergangenen Jahr musste der Verein ein großes Bienensterben verzeichnen. „Wir haben große Teile unserer Völker verloren“, berichtet Plath. „Milben haben sie befallen oder manche Bienen haben einfach nicht mehr in den Stock zurückgefunden.“

Er ist erfreut, dass die Stadt seinem Verein ein 600 Quadratmeter großes Zelt am Nordfriedhof zur Verfügung stellt. „Bienen brauchen Platz“, so Plath.

(RP)