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Düsseldorf: "Vivo" macht Schüler fit für Klasse 5

Düsseldorf : "Vivo" macht Schüler fit für Klasse 5

Mit ihrem Programm "Vivo - Bildung von Grund auf" will die Stiftung der Deutschen Wirtschaft Kinder bereits ab der ersten Klasse auf den Übergang in die weiterführende Schule vorbereiten. Zwei Düsseldorfer Grundschulen sind dabei.

Um 14.15 Uhr haben Schüler in der Regel keine Lust mehr, im Unterricht zu sitzen und zu lernen. Bei der zweiten Klasse der Grundschule an der Lennéstraße ist das anders: Wenn am Dienstagnachmittag der Schulgong ertönt, stehen die Schüler sogleich aufgeregt vor der Tür des Klassenzimmers und warten darauf, dass es losgeht. Denn dann ist das Team von "Vivo - Bildung von Grund auf", einem Förderprojekt der Stiftung der Deutschen Wirtschaft, zu Gast, und gestaltet mit den Kindern 90 Minuten lang den Unterricht. Ziel des Projekts ist es, die Schüler ab der ersten Klasse in ihrer Entwicklung zu fördern und damit später den Übergang in die weiterführende Schule zu erleichtern - ein Anliegen, dem sich die Experten der Stiftung derzeit noch in einem auf fünf Jahre ausgelegten Pilotprojekt widmen.

"Ziel der Stiftung für Deutsche Wirtschaft ist es immer, Übergänge zu erleichtern, zum Beispiel von der Schule ins Berufsleben. Das ist auch der Zweck von Vivo. Ganz wichtig ist uns dabei das Thema Chancengleichheit, denn sie ist ein entscheidender Faktor", sagt Laura Reiter, Referentin für Schülerförderung bei der Stiftung und zuständig für das Projekt. Ob es ein Kind etwa auf das Gymnasium schaffe, hänge oft vom Elternhaus und den dortigen Fördermöglichkeiten ab. "Wir haben uns deshalb für Vivo gezielt Schulen ausgesucht, die vorrangig von Kindern aus sozial schwächeren Familien besucht werden", sagt Reiter. In Düsseldorf sind das die Grundschule an der Lennéstraße in Pempelfort sowie die Heinrich-Heine-Grundschule in Heerdt. Vermittelt wurde die Zusammenarbeit über das Schulamt. Seit anderthalb Jahren besuchen einmal in der Woche "Vivo"-Trainer die Schüler und begleiten sie bis in die fünfte Klasse.

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Inhaltlich beschäftigen sie sich dabei mit ganz unterschiedlichen Themen: So stand etwa im ersten Jahr des Projekts die Sprachförderung im Fokus. Dabei entwickelten die Schüler gemeinsam mit ihren Trainern unter dem Titel "Geschichtenteppich" ein eigenes Buch mit Texten der Kinder. In diesem Schuljahr soll dagegen das Forschungsinteresse gefördert werden. "Dazu wird jede Stunde ein anderes Märchen vorgelesen, zu dem die Kinder dann Fragestellungen entwickeln", erläutert Reiter. "Warum ist Brot braun?" ist zum Beispiel eine dieser Fragen in der Nachbereitung des Märchens "Tischlein deck' dich".

"Es geht aber auch um Bewegungsförderung, wenn wir zum Beispiel die Prinzessin auf der Erbse lesen und die Kinder anschließend nachmachen sollen, wie sich eine Prinzessin oder ein Prinz bewegt", sagt Eva Bock, Theaterpädagogin und Trainerin der zweiten Klasse an der Lennéstraße. Für sie ist der Vorteil der Arbeit von "Vivo" verglichen mit dem normalen Unterricht vor allem die lockere Atmosphäre. "Wir müssen uns nicht an einen Lehrplan halten, und wenn wir mal nicht alles schaffen, was wir uns vorgenommen haben, ist das auch nicht so schlimm. Die Kinder sehen uns deshalb auch nicht als Lehrer, und es kann eine Gemeinschaft entstehen", sagt sie.

Dass sie bereits für die weiterführende Schule üben, bekommen die Kinder allerdings nicht wirklich mit. "Ich finde Vivo richtig cool, weil wir uns immer so tolle Geschichten ausdenken", erzählt zum Beispiel Broocklyn. "Und wir singen immer zusammen, das macht sehr viel Spaß", sagt seine Mitschülerin Marie-Angela. An die Frage, ob sie einmal ein Gymnasium oder eine Realschule besuchen werden, denken die beiden Zweitklässler kaum. Nur einer Sache sind sie sich sicher: Unterricht mit den Trainern von "Vivo" macht sehr viel mehr Spaß als beispielsweise Matheunterricht.

(lai)