Düsseldorf: Vierfache Mutter weiß, was Babys wollen

Düsseldorf: Vierfache Mutter weiß, was Babys wollen

Melanie Stumpf unterrichtet die richtige Betreuung von Kindern. Menschen jedes Alters nutzen das Angebot. Geübt wird mit einer vier Kilogramm schweren Puppe.

Es sind verschiedene Gründe, weshalb Jugendliche und Erwachsene die Babysitterkurse von Melanie Stumpf aufsuchen. "In der Regel wollen Jugendliche sich für einen Nebenjob oder die Arbeit als au pair fit machen. Es gibt aber auch Frauen, die damit ausprobieren wollen, ob der Beruf der Tagesmutter für sie in Frage kommt", sagt Stumpf. Manchmal nehmen aber auch Studenten von pädagogischen Studiengängen an den Kursen teil. "Ein Großvater hat aber auch den Kurs besucht, damit er bei den Gesprächen zwischen Tochter und Ehefrau mit fachsimpeln kann. Der hat ganz akribisch mitgearbeitet", sagt Stumpf.

Seit über zehn Jahren leitet die 41-Jährige nebenberuflich für die Volkshochschule und das ASG-Bildungsforum die Kurse. Dass sie selber Mutter von vier Kindern ist, würde ihr dabei vor allen Dingen helfen, das Verhalten der jugendlichen Teilnehmer zu verstehen. "Ich kenne das beispielsweise von zu Hause, dass die sich in Pausen nicht bewegen." Während früher die Schüler nach einer Raucherpause verlangten, würden sie sich nun in dieser Zeit mit dem Handy beschäftigen. "Ich habe aber viele verantwortungsbewusste Jugendliche in meinen Kursen", sagt die Sozialpädagogin. In wenigen Stunden versucht sie, ein großes Spektrum abzudecken.

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Ganz klassisch mit einer vier Kilogramm schweren Puppe wird beispielsweise das Wickeln, Heben und Tragen eines Babys geübt. Die Entwicklungsschritte eines Kindes werden erläutert, gemeinsam Brei gekocht und probiert, Spielideen und Unsinnslieder vorgestellt, aber auch die rechtliche Seite des Nebenjobs, die Rahmenbedingungen für Mediennutzungen und Unfall- und Gefahrenvermeidung werden angesprochen. "Es ist wichtig, dass die Babysitter viel wissen und mit einem gesunden Menschenverstand und der nötigen Vorsicht unterwegs sind, aber sich dennoch eine Leichtigkeit bewahren. Sie und die betreuten Kinder sollen Spaß haben." Zumal in der Regel der Job größtenteils aus miteinander spielen und miteinander Zeit verbringen bestehen würde. "Die Babysitter sind oft selber viel zu schnell groß geworden und können sich dann noch einmal auf eine kindliche Ebene begeben." Zumal sie oft mehr Zeit als die Eltern hätten. Immer wieder würden Jugendliche über die Kinderbetreuung reflektieren, was sie selber in ihrer Kindheit erlebt haben. "Da kommen auch schon einmal nicht sehr schöne Dinge hoch." Sie erhalten im Kurs deshalb auch Informationen, wo sie sich selber Rat und Hilfe holen können. Schon während ihrer Studienzeit hat Melanie Stumpf eine Pekip-Ausbildung gemacht und später in den Kursen viele Familien begleitet, bevor sie dann auch Babysitter-Kurse übernahm. "Das ist sehr spannend und macht viel Spaß, denn man lernt unheimlich viele individuelle Entwicklungswege und Familien kennen." Hauptberuflich hat sie zehn Jahre einen Stadtteiltreff geleitet. Vor fünf Jahren hat sich Stumpf noch einmal beruflich neu orientiert und leitet seitdem das Zentrum plus an der Kölner Straße. "Die nebenberufliche Arbeit mit Kindern und meine Arbeit mit Senioren ist eine schöne berufliche Mischung, bei der es aber oft auch unglaubliche Parallelen gibt."

In der sozialen Arbeit sei allerdings ein Ergebnis nicht immer sichtbar, und weil dazu auch viel Kopfarbeit gehört, hat die Sozialpädagogin die Liebe zum Nähen für sich entdeckt. "Dabei ist es schön und befriedigend, etwas Brauchbares fertigzustellen."

(brab)