THEMA PARKPLATZ-MANGEL: „Viel Straßenraum wird verschwendet“

THEMA PARKPLATZ-MANGEL : „Viel Straßenraum wird verschwendet“

Viele Dutzend E-Mails und Faxe gingen bei der RP ein: Das Thema Parkplatz-Mangel bewegt viele Menschen. Bemängelt wird sorgloser Umgang mit Straßenraum und zu wenig Kreativität bei der Suche nach Lösungen. Kritik aber auch am Hang zum Auto. Im Rathaus ist man sich des Problems bewusst - zumal die Zahl der Pkw bis 2020 noch stark ansteigt.

<

p class="text">Seitdem die RP diese Woche ihre Leser aufrief, sich zum Thema "Parkplätze" zu äußern, gingen über 100 E-Mails und Faxe in der Redaktion ein. Der weitaus größte Teil zeigt, wie entnervt die Menschen von der täglichen Suche nach ein paar Quadratmetern für ihre Auto sind. Zorn schärft die Sinne - und so bekamen wir auch eine ganze Reihe von Hinweisen auf parkplatz-vernichtende Besonderheiten und einige Vorschläge, wie man das Problem immerhin mildern könnte (siehe Bericht unten).

<

p class="text">Im Rathaus ist man sich der Sorgen durchaus bewusst. Selbst die Grünen fordern, anders als noch vor 20 Jahren, keineswegs mehr die Verbannung des Wagens aus der Stadt. CDU, FDP und auch SPD sind einhellig der Meinung, eine funktionierende Verwaltung müsse Wege zu einer Lösung suchen. "Das Blech muss von der Straße", sagte gestern Roland Hahn, stellvertretender Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement. Und meint damit keineswegs die Verbannung der Fahrzeuge, sondern eine vernünftige Unterbringung.

<

p class="text">Zahl der Fahrzeuge Diese "Unterbringung" wird in den nächsten Jahren noch schwieriger, als sie es heute schon ist. Denn die Verkehrsexperten des Rathauses haben Hochrechungen in der Schublade liegen, die Kehrseite von Boom und Wachstum zeigen. Wenn die Bevölkerung tatsächlich so weiter wächst wie bisher und die Wirtschaft weiter boomt, werden 2020 deutlich mehr Wagen in der Stadt unterwegs sein als heute. In Zahlen: Heute werden in Düsseldorf täglich 9,4 Millionen Fahrkilometer absolviert - von knapp 600 000 Wagen (300000 von einheimischen, der Rest Pendler) bei 1,2 Millionen Fahrten. 2020 werden es 10,7 Millionen Kilometer sein.

<

p class="text">Parken als Standortfaktor Fachleute wie Hahn halten Parken für den Standortfaktor der Zukunft schlechthin. Makler berichten im Gespräch mit der Rheinischen Post, dass in bestimmten Stadtteilen Eigentumswohnungen nur noch verkaufbar sind, wenn sie einen Garagenplatz haben.

<

p class="text">Quartiersgaragen Die Politik sieht sie als Ansatz zur Lösung. Aber nicht selten scheitern sie am Einspruch der unmittelbar Betroffenen - obwohl auch die unter der Parkplatznot leiden. Noch wird es unter der Hand gefordert, aber die Einsicht wächst, dass man sich über Einwände wird hinweg setzen müssen. In Oberkassel waren zum Beispiel solche Garagen (im Rheindeich, am Salierplatz) auf wenig Gegenliebe gestoßen.

<

p class="text">Bessere Nutzung des Raums Planer im Amt für Verkehrsmanagement werden Straßen unter die Lupe nehmen, auf denen man mit einfachen Mitteln mehr Platz schaffen könnte - mit Schräg- statt Längsparken beispielsweise. Auf dem Prüfstand sind auch verschiedene Straßenverschwenkungen (gibt es u.a. in Bilk und Friedrichstadt), die unter Rot-Grün eingerichtet wurden. Sie sollten den Verkehr beruhigen, kosteten Parkplätze, die aber nach heutiger Einsicht nichts bringen.

Besonders betroffene Viertel Vor allem die so genannten Gründerzeit-Viertel wie Bilk, Pempelfort, Derendorf, Zoo und Oberkassel sind am härtesten getroffen. Im Krieg wenig zerstört, haben sie immer noch eine Struktur, die geplant wurde, als das Auto noch ein Exot war.

Mehr von RP ONLINE