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Bauarbeiten: Victoria: Untergeschosse fast fertig

Bauarbeiten : Victoria: Untergeschosse fast fertig

Die Bauarbeiten für die neuen Gebäude der Victoria-Versicherung sind im Plan, in etwa sechs Wochen sollen die Untergeschosse fertiggestellt sein. Der Neubau ist Schlusspunkt einer langen Entwicklung des Areals, auf dem einmal die Hallen der Düsseldorfer Messe standen.

Der dritte Kran, der seit wenigen Tagen auf der Baustelle des neuen Victoria-Gebäudes an der Fischerstraße steht, zeigt das Tempo, mit dem der dringend benötigte neue Trakt der Versicherungsgruppe hochgezogen wird. Zurzeit werden die unterirdischen Geschosse für das Rechenzentrum und die Tiefgarage eingezogen.

"Wir sind genau im Zeitplan, Ende Juli kann die Bodenplatte für das Erdgeschoss fertig sein", berichtet Victoria-Sprecher Stephan Kronenberg. Für Oktober ist dann schon das Richtfest für das dreigeteilte, 168 Meter lange und 26 Meter hohe Verwaltungsgebäude geplant.

Wandel des Viertels

Es ergänzt die bestehenden Verwaltungsgebäude mit dem weithin sichtbaren Turm sowie den Bauten mit den Glasfassaden an der Fischerstraße. Und es ist der Abschluss einer Umgestaltung des Areals von einem Messegelände zu einem Wohn- und Büroviertel. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Eröffnung der Hallen der heutigen Messe in Stockum im Jahr 1971 war das Viertel Düsseldorfs Ausstellungsgelände und ein Dreh- und Angelpunkt für die Wirtschaft. Mehrere Hallen waren im Lauf der Jahrzehnte zwischen dem Ehrenhofgelände am Rhein und der Fischerstraße errichtet worden.

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Damit die Besucher der Ausstellungen ihr Ziel bequem erreichen konnten, hatte die Rheinbahn vor dem Haupteingang an der Fischerstraße einen kleinen Bahnhof für Straßenbahnen angelegt, auf drei Gleisen rollten die Züge heran. Optisches Wahrzeichen war die Skulptur "Pylon" von Max Kratz, die zum Markenzeichen der Messe wurde. Heute steht sie als Erinnerung auf dem Gelände des Flughafens.

Aufsehenerregend war damals eine Aluminium-Brücke für Fußgänger, die die Rheinuferstraße überspannte und die modernste Halle des Geländes, die Europahalle, mit der Rheinterrasse verband. Als Weltneuheit war sie 1953 für die Verbraucherausstellung "Alle sollen besser leben" konstruiert worden. Erst 1967 wurde sie abgerissen.

Der Brückenschlag machte auf die historischen Wurzeln des Messegeländes an dieser Stelle aufmerksam. Denn seit Düsseldorf im 19. Jahrhundert mehr und mehr zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort wurde, versuchte die Verwaltung, die Stadt durch Messen und Industrieschauen bekannter zu werden. Für eine riesige Industrie- und Gewerbeausstellung wurde 1902 das Rheinufer befestigt und aufgeschüttet — das Gelände des heutigen Rheinparks. Von den Hallen, die für die Leistungsschau gebaut wurden, blieb der Kunstpalast stehen. Er wurde bei einer weiteren großen Ausstellung, der Gesolei — Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen — im Jahr 1927 in die Bauten des Ehrenhofs integriert.

Stadthalle erweitert

Da die Messe nach dem Krieg stark expandierte, wurde das Ausstellungsgelände in City-Nähe zu klein. Weitsichtige Stadtplaner legten das Messezentrum im Norden bei Stockum an. Die Eingangs- und Kongresshalle des Geländes an der Fischerstraße wurde aber nicht abgerissen, sondern zu einer Stadthalle umgebaut und später noch um den so genannten Radschlägersaal erweitert. Damit war der Kuppelbau im Ehrenhof als Halle für Veranstaltungen nicht mehr nötig, und bot sich später als neue Tonhalle an.

Die Stadthalle stand dann aber den Plänen der Victoria-Versicherung im Weg, die ihre Zentrale neben dem Ehrenhof erweitern wollte. Die Stadt ließ für das Unternehmen, das für Düsseldorf wichtig ist, die Überreste des alten Messegeländes abreißen.

(RP)