Nach Durchsuchung bei einem Händler: Verwirrung um E-Zigaretten

Nach Durchsuchung bei einem Händler : Verwirrung um E-Zigaretten

Nach der Durchsuchung bei einem Düsseldorfer E-Zigaretten-Händler herrscht Unsicherheit bei Kunden und Verkäufern. Obwohl laut NRW-Gesundheitsministerium nikotinhaltige Liquids unter das Arzneimittelgesetz fallen, sind sie in Düsseldorf weiter erhältlich.

Die Anfang der Woche bekanntgewordene Durchsuchung von Wohn- und Geschäftsräumen eines Düsseldorfer Händlers von E-Zigaretten durch den Zoll sorgte für Aufsehen. Dem Mann wird vorgeworfen, unerlaubt Arzneimittel eingeführt und in den Handel gebracht zu haben. Ungeachtet dessen können in Düsseldorf weiter nikotinhaltige Flüssigkeiten für E-Zigaretten gekauft werden. Die wichtigsten Fragen zum Thema im Überblick.

Was sind E-Zigaretten?

Bei elektronischen Zigaretten handelt es sich um Geräte, mit denen so genannte Liquids verdampft werden. Diese Flüssigkeiten sind mit und ohne Nikotin sowie in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich. Der Nikotingehalt der Flüssigkeiten kann vom Konsumenten gewählt werden.

Sind E-Zigaretten verboten?

Die Rechtslage ist umstritten. Nach der Auffassung des NRW-Gesundheitsministeriums fallen die nikotinhaltigen Flüssigkeiten unter das Arzneimittelgesetz. Demnach sind der Handel und die Abgabe von nicht zugelassenen nikotinhaltigen Liquids an Verbraucher verboten. Der Konsum sei legal. Gegen diese Darstellung wehrt sich der Verband des E-Zigarettenhandels. Nach der Darstellung des Lobbyverbands fallen die Produkte weder unter das Arzneimittel- noch unter das Medizinproduktegesetz.

Wie verhält sich die Stadt?

Ob Kontrollen durchgeführt werden, obliegt laut Gesundheitsministerium den städtischen Behörden. Durch einen Erlass des Ministeriums wurden ihnen Informationen über die geltenden Rechtsgrundlagen übermittelt. Trotz mehrmaliger Nachfrage wollte sich die Stadt Düsseldorf gestern nicht dazu äußern, ob sie bisher bereits Händler kontrolliert hat oder ob zukünftig Überprüfungen geplant sind.

Gibt es in Düsseldorf weiter E-Zigaretten und nikotinhaltige Liquids zu kaufen?

Ja. Zum Beispiel verkauft das Geschäft Maristore am Rather Kreuzweg nikotinhaltige Liquids. Geschäftsführer Sandro Foppmann hält die Einschätzung des Gesundheitsministeriums für nicht rechtmäßig und verkauft deshalb in seinem Geschäft und über das Internet weiter die Flüssigkeiten. Der Internetanbieter Dusselsmoke mit Sitz in der Landeshauptstadt bietet ebenfalls nikotinhaltige Liquids an. Auch manche konventionelle Tabakhändler haben die Flüssigkeiten im Sortiment.

Ist der Handel aufgrund der unsicheren Rechtslage eingebrochen?

Laut Maristore-Geschäftsführer Foppmann sind Kunden aufgrund der Diskussion zunehmend verunsichert. Auch habe er bereits Umsatzeinbußen zu beklagen. Andere Händler hätten aufgrund der Verunsicherung bereits Liquids aus ihrem Sortiment genommen.

Wie schädlich sind E-Zigaretten?

Über die Auswirkungen des Konsums von E-Zigaretten auf die Gesundheit ist wenig bekannt, da es kaum Studien gibt. Weil die Risiken ungeklärt sind, warnt NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) vor der Nutzung. Auch die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott, rät davon ab. Die benutzten Kartuschen enthielten häufig neben dem Suchtstoff Nikotin auch andere gesundheitsschädigende Substanzen. Der Verband des E-Zigarettenhandels hingegen verweist auf eine Studie des Wessling Laboratoriums. Demnach gebe es keine Giftstoffe im Dampf von elektrischen Zigaretten.

Hier geht es zur Infostrecke: Die wichtigsten Antworten zur E-Zigarette

(RP/anch)
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