1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Verweilverbot in Düsseldorf: Verstöße in Serie an der Rheinpromenade

Coronaregeln in Düsseldorf : Kontrolleure registrieren Verstöße in Serie gegen Verweilverbot

Polizei und Ordnungsamt sind am Samstag und Sonntag nahezu ohne Unterbrechung an der Rheinuferpromenade unterwegs und verscheuchen die Besucher von den Bänken. Bei Ortsbesuchen unserer Redaktion ist zu sehen, wie die Kontrollen wirken.

Trotz des seit Freitag geltenden Verweilverbots in Teilen der Altstadt und auf der Rheinuferpromenade zog es am Samstag und Sonntag wieder viele Besucher dorthin. Und sie hielten sich in großer Zahl am Mittag und am frühen Nachmittag nicht an die geltenden Regeln, wie Ortsbesuche unserer Redaktion zeigten. Zu einem Kostenpflichtiger Inhalt Massenansturm wie am vergangenen Wochenende kam es aber nicht.

Die Menschen ließen sich jedoch verbotenerweise auf den Mauern an der Apollo-Wiese oder auch am Fortuna-Büdchen nieder. Zudem blieb kaum eine Bank in der Sonne frei. Gegen 14.45 am Samtag waren zum Beispiel alle 14 Bänke auf der Promenade zwischen Burgplatz und altem Hafen besetzt. Am Sonntag ähnelten sich die Bilder. Trotz ebenfalls geltender Maskenpflicht waren Träger eines Mund-Nasen-Schutzes höchstens knapp in der Mehrheit. Bei Joggern waren Gesichtsbedeckungen sogar nur selten zu sehen, obwohl die Sportler nicht von der Regel ausgenommen sind.

Die Szenerie änderte sich immer dann, wenn sich eine Streife von Ordnungsamt und Polizei näherte und einschritt. In den von unserer Redaktion beobachteten Szenen wiesen die Einsatzkräfte die auf Bänken und Mauern sitzenden Menschen freundlich darauf hin, dass sie weiterzugehen hätten. Diesen Aufforderungen wurde dann Folge geleistet. Auch mit Lautsprecherdurchsagen aus Fahrzeugen von OSD und Polizei wurden die Besucher auf Maskenpflicht und Verweilverbot hingewiesen, was dann zumindest für kurze Zeit Wirkung zeigte.

Im Gespräch mit unserer Redaktion bekannten viele Besucher, dass sie sich nicht an die Regeln hielten, obwohl ihnen diese bekannt seien. Dazu zählten etwa Jan C. (39) und Kathrin D. (34) aus Pempelfort, die sich am Samstag auf einer Bank am Kit-Café ohne Maske unterhielten. Sie stammten beide aus einem Haushalt und würden auf Abstände zu anderen achten, sagten sie. Sie glaubten nicht, dass diese neue Maßnahme wirksam sei. „Wir verhalten uns vernünftig und sind keine Corona-Leugner, aber über dieses Verweilverbot muss ich schon lächeln“, sagte Jan C. „Ich halte das auch nicht für verhältnismäßig“, sagte Kathrin D. Die Bank verließen sie erst, als Lautsprecherdurchsagen zu hören waren. Ein paar Meter weiter liefen sie dann einer Streife in die Arme, die ein Bußgeld von 50 Euro pro Person aufgrund des Verstoßes gegen die Maskenpflicht verhängte.

 Polizei und OSD waren auf Dauerstreife unterwegs und ermahnten wie hier auf einer Wiese sitzende Besucher.
Polizei und OSD waren auf Dauerstreife unterwegs und ermahnten wie hier auf einer Wiese sitzende Besucher. Foto: Bretz, Andreas (abr)

Während sich die Kontrollen zur Apollowiese verlagerten, hatte ein Ehepaar, beide 68 Jahre alt, in Höhe der alten Bastion auf einer Bank Platz genommen und er die Maske unters Kinn gesetzt. Sie seien gerade gekommen und hätten noch nicht gewusst, dass das Verweilverbot gilt. Und sie zeigten wenig Verständnis dafür. „Man muss sicher Maßnahmen ergreifen, aber doch bitte mit Augenmaß“, sagte er. Sie seien sogar am vergangenen Wochenende in das volle Treiben am Rheinufer geraten, doch das hat sie nicht von einem erneuten Besuch aus Düsseltal abgehalten. „Es ist ja überall voll, wir achten darauf, die Abstände einzuhalten.“

Je weiter die Streifen von OSD und Polizei entfernt waren, desto mehr Menschen saßen wieder beieinander. Zum Beispiel auch am Fortuna-Büdchen, wo weniger Schilder auf die neue Verordnung hinweisen. Vor einem Stück Mauer hängt rot-weißes Flatterband, daneben jedoch saßen kleine Grüppchen zu zweit, zu dritt, zu viert zusammen. Aus Oberkassel kam ein 35-Jähriger, der sich mit einer Freundin getroffen und mit einem Bier in der Hand niedergelassen hatte, ohne Maske. „Ich habe nichts von dem Verbot mitbekommen. Ich habe ehrlich gesagt aufgehört, jeden Tag zu verfolgen, welche neuen Regeln es gibt.“ Er habe zudem auch noch keine Schilder gesehen, die auf das Verweilverbot hinweisen würden. Auch Schilder mit blauen Masken-Symbolen habe er nicht als Hinweis auf eine Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz verstanden.

Eine Stellungnahme von der Stadt zu den Erfahrungen am Wochenende mit dem Verweilverbot liegt noch nicht vor. Es war im Laufe der Woche als Reaktion auf das dichte Gedränge am vergangenen Wochenende auf der Promenade und an den Kasematten beschlossen worden. Ein Bürger war noch am Freitag mit einem Eilantrag gegen die Allgemeinverfügung vor dem Verwaltungsgericht gescheitert. Sie gilt nun vorerst bis zum 13. März, jeweils freitags von 15 bis 1 Uhr und samstags und sonntags von 10 bis 1 Uhr. Zwischen Apollo-Wiese sowie Rheinterrasse sowie in Teilen der Altstadt zwischen Grabbeplatz und Carlsplatz darf sich niemand hinsetzen, hinlegen oder etwas länger stehen bleiben.