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Düsseldorf: Verurteilte schluckt Teelöffel - Not-OP

Düsseldorf : Verurteilte schluckt Teelöffel - Not-OP

Im Zusammenhang mit ihrer Verurteilung zu vier Jahren Haft wegen eines Raubs unter Einsatz von K.O.-Tropfen hat eine 58-jährige Angeklagte einen Löffel geschluckt und musste zur Operation in eine Klinik gebracht werden.

Die Frau hatte eingeräumt, im Mai 2007 einem Geschäftsmann in der Altstadt ein Schlafmittel ins Bier gekippt, ihn nach Hause begleitet und den Schlafenden ausgeplündert zu haben. Kurz nach ihrer Verurteilung klagte sie über Bauchschmerzen und gestand, einen Teelöffel verschluckt zu haben, um ihr Leben zu beenden. Nach RP-Informationen ist ihr Zustand inzwischen stabil.

Zu Prozessbeginn hatte die Mutter von zehn Kindern Mitte Februar alle Vorwürfe zurückgewiesen. Den Kaufmann (jetzt 63) habe sie in einem Lokal zufällig am Tresen getroffen, er habe ihr etliche Getränke spendiert, bis sie bereit war, ihn für hundert Euro Liebeslohn nach Hause zu begleiten. Die arbeitslose Frau habe Jobs als Putzfrau angenommen und sich "an Männer verkauft". Doch am Tatabend habe ein Rosenverkäufer aus der Altstadt das Paar bis in die Wohnung des Kaufmanns begleitet — und am Morgen sei dieser Unbekannte mit allen Wertsachen verschwunden gewesen.

Mit vier Jahren Haft entsprach das Gericht im Urteil dem Antrag der Staatsanwältin. Doch kaum zurückgebracht ins Hausgefängnis des Justizzentrums, sprach die Verurteilte plötzlich von Selbstmord. Ihr Schal und die Schnürsenkel ihrer Schuhe wurden ihr abgenommen. Kurz danach klagte sie über Leibschmerzen und offenbarte den Justizbeamten, einen Löffel verschluckt zu haben.

Sie wurde in eine Klinik gebracht, bei der Röntgenuntersuchung wurde der Teelöffel entdeckt und per Sofort-Operation entfernt. Danach wurde die Verurteilte ins Justiz-Krankenhaus nach Fröndenberg überstellt. Ihr Verteidiger Markus Horstmann hat angekündigt, in Revision zu gehen.

(wuk)