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Vertrag nicht verlängert: Schulleiter Simon Head verlässt Internationale Schule Düsseldorf

Vertrag nicht verlängert : Leiter verlässt die Internationale Schule Düsseldorf

Simon Head wird seinen Vertrag nicht über das Schuljahr 2019/20 hinaus verlängern. Über sein Gehalt von mehr als 400.000 Euro hatte es eine kontroverse Debatte gegeben.

Simon Head, Leiter der Internationalen Schule Düsseldorf (ISD), will sein Engagement im Sommer nächsten Jahres beenden. Das teilte die Vorsitzende des Vereinsvorstands („Board of Trustees“), Adriana Blomeyer, am Freitag mit. Mit Bedauern habe das Leitungsgremium die Entscheidung zur Kenntnis genommen. Derzeit kämpft die ISD um ihren Status als Ersatzschule. Die Bezirksregierung hat die Rück­zahlung öffentlicher Fördergelder für das Jahr 2015 in Höhe von gut 3,5 Millionen Euro angeordnet, weil die Schule letztlich ein Schulgeld in nicht erlaubter Höhe erhoben habe. Dagegen klagt die Schule. Zurzeit wird geprüft, ob auch die öffentliche Förderung für 2016 und 2017 in jeweils ähnlicher Höhe zurückgezahlt werden muss. Am Montagabend soll eine Mitgliederversammlung über eine neue Satzung abstimmen. Dadurch soll die Führung der ISD professionalisiert werden. Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Gehaltsdebatte In der Kontroverse um den Status einer öffentlich geförderten Ersatzschule spielt auch das Gehalt des Schulleiters eine Rolle. Es entspricht – inklusive einer Reihe von Vergünstigungen wie einer Wohnungspauschale über monatlich 4500 Euro – Einnahmen von etwas mehr als 400.000 Euro im Jahr. Unter anderem hatten NRW-Schulpolitiker wie Sigrid Beer (Grüne) und Jochen Ott (SPD) die Frage gestellt, ob eine solche Summe mit der öffentlichen Förderung durch das Land vereinbar ist. Der Brite Head kann auf eine lange Reihe internationaler Engagements verweisen. Nach Stationen in Australien, Großbritannien, Portugal, Kenia und Oman kam er 2014 nach Düsseldorf. „Simon hat viel für diese Schule geleistet“, sagt Blomeyer. Unter seiner Ägide habe sich die ISD zu einer der führenden internationalen Schulen weltweit entwickelt. Das Gehalt sei marktkonform. „Es liegt im weltweiten Vergleich im oberen Mittelfeld“, sagt Blomeyer. Ob die öffentliche Debatte um seine Vergütung bei der Entscheidung, die ISD 2020 zu verlassen, eine Rolle gespielt hat, lässt die Vorstandsvorsitzende offen. Head selbst ist noch bis Wochenbeginn im Ausland und ließ über den Vorstand lediglich mitteilen: „Es war mir eine Ehre, die ISD durch eine Phase der Erneuerung zu führen.“

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Neustrukturierung Der erste Schritt ist bereits getan. Rund 94 Prozent der Eltern haben unterschrieben, dass sie die Jahresbeiträge (meist zwischen 16.000 und 19.000 Euro) freiwillig zahlen. „Diese Änderung geschah in Abstimmung mit der Bezirksregierung. Wir gehen davon aus, dass es für 2018 sowie für die Zukunft keine Rückforderung geben wird“, sagt Blomeyer. Die Einschätzung von Beer, auch 2014 gehöre noch einmal auf den Prüfstand, teilt sie nicht. „Es ist alles geprüft, es gibt keinen Grund, das noch einmal aufzurollen.“

Satzung  Stimmen am Montag 75 Prozent der Versammelten zu, wird sich die Zusammensetzung des Führungsgremiums ändern. Aktuell besteht der „Board“ aus sieben gewählten Elternvertretern sowie einem ernannten Mitglied. Künftig würden elf Vertreter die Schule führen. Dass es sich um Eltern handelt, ist nur noch für vier Köpfe zwingend vorgeschrieben. Kritiker fürchten einen schwindenden Einfluss dieser Gruppe. Blomeyer sagt: „Wir möchten im Vorstand mehr Teilhabe von unterschiedlichen Interessengruppen ermöglichen: Eltern, Lehrerschaft und Experten aus dem öffentlichen Raum.“ Mehr als vier Eltern seien aber auch künftig möglich. Wer eine Institution mit einem Etat von 20 Millionen Euro professionell führen wolle, könne „nicht mit dem Konstrukt der 1960er Jahre einfach immer weitermachen“.