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Verstoß gegen Corona-Regeln: Düsseldorf kündigt Bußgeld gegen Eltern an

Verstöße gegen Corona-Regeln : Stadt Düsseldorf kündigt Bußgeld gegen Eltern an

Eine Familie war aus einem Risikogebiet zurückgekommen und hatte ihr Kind zur Schule geschickt, ohne das Corona-Testergebnis zu kennen. Jetzt muss sie dafür zahlen. Nicht der einzige Fall.

Corona-Fälle gibt es einige an Düsseldorfer Schulen. Die jüngste Meldung der Stadtverwaltung dazu lautete am Freitag: Jeweils ein Schüler beziehungsweise eine Schülerin der Dieter-Forte-Gesamtschule, der Katholischen Grundschule Fuldaer Straße, des Friedrich-Rückert-Gymnasiums, der Georg-Schulhoff-Realschule, der Gemeinschaftsgrundschule Gumbertstraße, der Werner-von-Siemens-Realschule und der Theodor-Litt-Realschule seien positiv auf Covid-19 getestet. Aber: Da die Infektionen vor Schulbeginn entdeckt worden seien, gebe es dort keine Kontaktpersonen.

Düsseldorfer Eltern meldeten sich bei unserer Redaktion und korrigierten diese Angaben teils. So gibt es an der Werner-von-Siemens-Realschule einen Schüler, der mit seinen Eltern in Serbien war. Nach der Rückkehr aus dem Risikogebiet sei zwar ein Test gemacht worden, die Eltern hätten das Kind jedoch gleich in die Schule geschickt, ohne das Testergebnis abzuwarten. Dann stellte sich heraus, dass der Schüler positiv ist. Die ganze Klasse musste in Quarantäne geschickt werden. Das Gesundheitsamt kritisiert die Eltern scharf, sie müssen nun mit einem Bußgeld rechnen. Hintzsche: „Eltern, die das machen, müssen für die Folgen geradestehen.“

In einem weiteren Fall waren die Angaben der Stadt ebenfalls nicht zutreffend. In der Rudolf-Hildebrand-Schule nahm ein positiv getestetes Kind am 12. August am Unterricht teil. Die Stadt meldete auch hier, die Infektion sei vor Schulbeginn entdeckt wurden, es gebe keine Kontaktpersonen. Tatsächlich mussten acht Personen in Quarantäne, wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage bestätigte.

In puncto Mund-Nase-Schutz gibt es offenbar keine Probleme. An den mehr als 150 Düsseldorfer Schulen findet der Unterricht unter Corona-Auflagen statt. An den Grundschulen darf der Mund-Nase-Schutz im Unterricht abgenommen werden, an den weiterführenden Schulen ist er auf dem Schulgelände und auch während des Unterrichts zu tragen.

Bislang sind dem Düsseldorfer Schuldezernenten Burkhard Hintzsche keine Fälle bekannt, wo die Vorschrift nicht umgesetzt worden wäre. Deswegen sieht er keinen Anlass, dem Krefelder Vorbild zu folgen und Bußgelder anzukündigen für den Fall, dass Schüler gegen die Maskenpflicht verstoßen. In Krefeld werden dann 150 Euro fällig, das Bußgeld ist auch bereits mehrfach verhängt worden. Hintzsche hält nichts davon, zu drohen, wenn offenbar keine Verstöße vorliegen.

Hintzsche beurteilt die Situation an den Schulen grundsätzlich gut. Die Lehrer müssten einen hohen Teil ihrer Energie in organisatorische Fragen stecken, teils werde mehr getan, als man müsse. An vielen Grundschulen finde etwa der Unterricht mit Mund-Nase-Schutz statt. Trotz aller Belastung erreichten die meisten Schulen einen geregelten Unterricht. Das sei eine enorme Leistung.