Luftqualität: Verschärfung der Umweltzone auf Prüfstand

Luftqualität : Verschärfung der Umweltzone auf Prüfstand

Fahrverbote in der Innenstadt auch für Autos mit gelber Feinstaubplakette und eine Ausdehnung der Umweltzone: Diese Verschärfung der Auflagen für eine bessere Luftqualität könnte auf Düsseldorf zukommen.

Da die Grenzwerte für gesundheitsgefährdenden Feinstaub und für Stickoxide in der Landeshauptstadt nach wie vor überschritten werden, müssen die Bestimmungen des Luftreinhalteplans für Düsseldorf strenger werden. Das ist das Ergebnis eines Arbeitstreffens von Bezirksregierung, Landesumweltamt und Stadt Düsseldorf. "Wir erwarten nun von der Stadt Düsseldorf, dass sie bis Oktober ein Paket von Maßnahmen vorlegt, mit dem die Konzentration der Schadstoffe verringert werden kann", sagte Bernd Hamacher, Sprecher der Bezirksregierung.

Die Bezirksregierung habe dafür keine Vorgaben gemacht. Doch innerhalb der Behörde gelte ein Fahrverbot für Autos mit gelber Plakette und eine Ausdehnung der Umweltzone über den Lastring hinaus als eine mögliche Maßnahme, sagte Hamacher.

Von dem Fahrverbot würden etwa 28 000 Autos betroffen sein, die in Düsseldorf zugelassen sind und eine gelbe Plakette haben. Zu den betroffenen Fahrzeugen gehören Autos mit Dieselmotor, die erst einige Jahre alt sind.

In der Stadtverwaltung ist noch nicht klar, mit welchen Mitteln die Qualität der Luft verbessert werden kann. "Es werden Maßnahmen auf unterschiedlichen Gebieten in Betracht gezogen", sagte Umweltdezernentin Helga Stulgies.

Dazu zählten auch niedrige Grenzwerte für Holz- und Kohle-Öfen oder Auflagen für Rheinschiffe, die in Düsseldorf anlegen. Eine Verschärfung der Umweltzone sei von den Überlegungen nicht ausgenommen. Das endgültige Konzept werde noch erarbeitet und dann in der Verwaltungskonferenz beschlossen.

In der CDU wird eine schärfere Umweltzone kritisch gesehen. "Sie kann sogar Nachteile haben", sagte CDU-Ratsherr Rüdiger Gutt. Denn Dieselmotoren mit gelber Plakette müssten mit einem Filter nachgerüstet werden, würden dann aber mehr Stickoxide produzieren. Gutt plädiert daher für Maßnahmen auf vielen Gebieten.

Die SPD verlangt dagegen in Düsseldorf eine Wende in der Verkehrspolitik — eine Bevorzugung von Bus, Bahn und Fahrrad.

(RP)
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