Verkehrsversuch: Düsseldorf gibt Umweltspuren für Fahrgemeinschaften frei

Verkehrsversuch in Düsseldorf : Umweltspuren sind jetzt auch für Fahrgemeinschaften frei

Am Mittwoch hat die Stadt die Umweltspuren auf der Merowinger- und der Prinz-Georg-Straße für Fahrgemeinschaften von mindestens drei Personen freigegeben. Das soll die Akzeptanz fördern und neue Anreize schaffen.

Um’s vorwegzunehmen: Stau gab es auf den Umweltspuren am Mittwoch nicht. Auch wenn so mancher Autofahrer gewitzelt hatte, er werde sich mit Schaufensterpuppen auf dem Rücksitz den Anschein einer Fahrgemeinschaft geben: Dass die Umweltspuren jetzt nicht nur für Busse, Radfahrer und Elektroautos, sondern auch für Fahrgemeinschaften freigegeben sind, hat auch im Berufsverkehr nicht zu einem Boom geführt.

Das könnte daran liegen, das die vielen Informationen auf dem neuen Verkehrsschild, das die Landeshauptstadt übrigens selbst entwickelt hat, so schnell gar nicht im Fahrerhirn verarbeitet werden können wie die Fahrt über etwa die Merowinger Straße dauert. Bus und Fahrrad als Symbol sind klar, das Auto mit Stecker muss man erst mal erkennen, und das Auto mit der Aufschrift „3+“ ist für den ahnungslosen Fahrer an Tag 1 eher eine Denksportaufgabe als ein Verkehrshinweis.

 Die Tauglichkeit des Verkehrszeichens wird ebenso von Wissenschaftlern begleitet wie der gesamte Umweltspur-Versuch, der bis Ostern 2020 läuft. Das Schild ist vom NRW-Verkehrsministerium auch nur dafür und versuchsweise zugelassen. Und wer weiß, vielleicht wird das Düsseldorfer Fahrgemeinschaftsschild doch noch so eine Erfolgsgeschichte wie die gelbe Fußgängerampel, die seit Jahrzehnten im Versuchstadium ist.

Der Oberbürgermeister jedenfalls ist zufrieden, die Freigabe sei „ein gutes Signal“ und Düsseldorf Vorreiter in Sachen Vorfahrt für Fahrgemeinschaften. Das schaffe auch den Anreiz, sich Mitfahrer zu suchen, etwa über entsprechende Portale im Internet. Wie am Ende überwacht wird, ob Puppen oder echte Mitfahrer das Trio im Pkw vollmachen, muss sich in der Praxis noch erweisen. Am Mittwoch  zumindest war auf der Prinz-Georg-Straße dafür kein Bedarf, vereinzelte Radfahrer und Taxis waren auf der Umweltspur unterwegs – und umkurvten am Mittag fluchend ein geparktes Lieferfahrzeug.

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