Verkehr in Düsseldorf Das sind die neuen Standorte für Mobilstationen

Düsseldorf · 18 neue Zonen für alternative Mobilität sollen bis 2026 in der Düsseldorfer Innenstadt eingerichtet werden, sechs davon noch in diesem Jahr. Dafür fallen Parkplätze weg.

 Eine Mobilstation am Bachplätzchen in Unterbilk.

Eine Mobilstation am Bachplätzchen in Unterbilk.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Mittelfristig soll jeder Stadtbezirk in Düsseldorf eine gewisse Anzahl an Mobilstationen erhalten, an denen von Carsharing bis E-Roller-Abstellplätzen alles, was halbwegs mit umweltschonenden Verkehrsmitteln zu tun hat, gebündelt wird. 100 sollen es bis 2030 insgesamt werden, im Auftrag der Stadt setzt das die Tochter Connected Mobility Düsseldorf (CMD) um.

 Die Grafik zeigt die Standorte, die für Mobilstationen im Stadtbezirk 1 geplant sind.

Die Grafik zeigt die Standorte, die für Mobilstationen im Stadtbezirk 1 geplant sind.

Foto: C. Schnettler

Nach dem Stadtbezirk 3 sowie Einzelmaßnahmen beispielsweise am Carlsplatz und am Hermannplatz ist jetzt großflächig der Stadtbezirk 1 an der Reihe. Es sind gleich 17 Standorte für die zentrumsnahen Stadtteile Derendorf, Pempelfort und Golzheim (plus ein weiterer an der Kunstakademie) geplant, die innerhalb von drei Jahren realisiert werden sollen.

In einer ersten Phase werden in diesem Jahr ab Juli für 2,2 Millionen Euro netto Umbaukosten sechs Zonen eingerichtet – und wie auch in anderen Stadtbezirken geht das nicht ganz ohne Kritik von Seiten der betroffenen Anwohner, die den Wegfall von Parkplätzen beklagen, und der Politik, wie jetzt die Vorstellung in der Bezirksvertretung 1 (BV1) gezeigt hat.

Jedenfalls werden teilweise „bestehende Pkw-Stellplätze neu angeordnet und gesamthaft kann es zu einer Verschiebung von Parkmöglichkeiten für private Pkw vom öffentlichen in den privaten Raum kommen“ – so drückt es die Verwaltung aus. Versprochen wird immerhin die Schaffung von neuen, smarten Parklösungen in Kooperation mit Supermärkten, Schulen und Parkgaragen privater Unternehmen sowie die Etablierung einer Stellplatzbörse. Das sind die Standorte, die noch in diesem Jahr für eine Mobilstation umgebaut werden sollen.

Bankstraße Am meisten Kritik gab es in der BV1 für diesen Standort. Ulrike Hund (SPD) bemängelte, dass in dem Kreuzungsbereich zur Schwerinstraße viel zu wenig Platz sei, um die vorliegende Planung mit E-Ladestation, Fahrradbügeln, Reparaturstation und diversen Sitzgelegenheiten umzusetzen. Sechs Parkplätze fallen weg. Auf Antrag der CDU wurde der Punkt zwar grundsätzlich vertagt, Bezirksbürgermeisterin Annette Klinke holte aber dennoch ein „Stimmungsbild“ ein, um dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss, der am 28. Februar tagt, eine Einschätzung übermittteln zu können. Dabei fiel die Bankstraße durch.

Münsterplatz Keine Bedenken gab es beim Münsterplatz, obwohl hier die Eingriffe an der Barbarastraße wie auch an der Becherstraße recht umfangreich sind und für Sharing-Station oder Fahrradabstell­anlagen insgesamt immerhin acht Stellplätze umgewandelt werden.

Schlossstraße Sabine Schmidt (CDU) machte bei diesem Standort insbesondere der Wegfall von zehn Stellplätzen Sorgen, da diese vor allem von vielen Gewerbetreibenden und Kurzzeitparkern genutzt werden, die Ärzte oder auch die Apotheke aufsuchen. Die Mobilstation soll dort den kompletten Platz an der Ecke zur Annastraße einnehmen. Mit den Stimmen von Rot-Rot-Grün wurde dennoch eine Empfehlung ausgesprochen, den Standort umzusetzen.

Schinkelstraße Ähnlich sieht die Situationen an der Ecke Schinkelstraße/Arndtstraße aus, hier sind es sogar zwölf Stellplätze, die wegfallen würden. Das Abstimmungsverhalten war identisch: Rot-Rot-Grün dafür, CDU, FDP und AfD dagegen.

Otten-Platz Durchgewunken wurde der Maria- und Josef-Otten-Platz, wo sich die Flächen der Mobilstation entlang von Park- und Marschallstraße verteilen, vier Parkplätze werden geopfert, der von Bürgern neu gestaltete Platz bleibt unangetastet.

 Auch am Maria-und-Josef-Otten-Platz soll eine Mobilstation entstehen.

Auch am Maria-und-Josef-Otten-Platz soll eine Mobilstation entstehen.

Foto: Marc Ingel

Kunstakademie Bedenkenlos wurde auch der Standort Kunstakademie an der Eiskellerstraße akzeptiert. Parkplätze fallen hier nicht weg. Das „Stimmungsbild“ wird jetzt an die Vertreter des Ordnungs- und Verkehrsausschusses weitergeleitet, das letzte Wort hat dann der Rat am 21. März.

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