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Streik bei der Düsseldorfer Rheinbahn „Der Süden der Stadt wird am stärksten betroffen sein“

Update | Düsseldorf · Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs in Düsseldorf und Umgebung müssen am Montag mit Einschränkungen bei Straßenbahnen, U-Bahnen und Bussen rechnen. Verdi hat bei der Rheinbahn zum Streik aufgerufen. Die Nahverkehrsgewerkschaft will nicht überall mitziehen.

 Am Montag wird die Rheinbahn wieder bestreikt.

Am Montag wird die Rheinbahn wieder bestreikt.

Foto: dpa/Oliver Berg

Beschäftigte der Rheinbahn an den Betriebshöfen in Düsseldorf-Benrath, Ratingen-Tiefenbroich und Mettmann legen am Montag ganztägig die Arbeit nieder, wie Verdi NRW kurzfristig am frühen Sonntagmorgen mitteilte. Auf verschiedenen Linien der Rheinbahn sei deshalb mit Ausfällen und Verspätungen zu rechnen. Die Arbeitsniederlegungen sollen mit der Frühschicht starten, sagte eine Verdi-Sprecherin.

Verdi-Gewerkschaftssekretär Dirk Seibel sagte auf Anfrage unserer Redaktion, in Düsseldorf werde der Süden der Stadt am stärksten vom Streik betroffen sein. „Es wird aber, anders als bei den Warnstreiks, zu keinen Totalausfällen kommen.“

Vom Benrather Betriebshof aus würden jedoch keine Bahnen der Linie U72 losfahren. Die U79 und die U76 würden aber bedient. Beginn des Streiks bei der Rheinbahn sei am Montagmorgen zwischen 1 und 2 Uhr, enden werde der Ausstand dann mit dem Ende der Spätschicht, Auswirkungen bis nach Mitternacht seien möglich. Rund 300 Mitarbeiter seien zum Streik aufgerufen.

Die drei betroffenen Betriebshöfe würden von den Streikenden nicht blockiert. „Die Anlagen werden auch von Subunternehmen der Rheinbahn genutzt, die sich nicht am Streik beteiligen“, so Seibel. Welche Busse, Straßen- und U-Bahnen am Montag fahren, könne er nicht sagen. „Das ist Sache der Rheinbahn.“

Von dem Unternehmen kam am späten Nachmittag die Mitteilung, dass der Streik viele Buslinien und alle Metrobusse betreffen würde. „Die Straßenbahnen und U-Bahnen fahren größtenteils wie gewohnt, auf den Linien U72 und U73 kann es vereinzelt zu Ausfällen kommen“, so ein Sprecher der Rheinbahn. Nicht betroffen seien die Linien zum Messegelände.

Kein Verständnis für die Streik-Strategie von Verdi hat die bei Rheinbahn-Mitarbeitern stark vertretene Nahverkehrsgewerkschaft (NahVG). Die Arbeitgeber hätten am Freitag ein neues Angebot vorgelegt und für Montag ein Gesprächsangebot unterbreitet. „Wir halten es für sinnvoll, dieses Gesprächsangebot wahrzunehmen und dann weitere Streiks auszurufen, wenn das Ergebnis unbefriedigend ist. Dies dürfte auch eine breite öffentliche Meinung so sehen“, sagte Heiko Goebel von der NahVG.

Man habe Verdi mehrfach angeboten, sich bezüglich der Streiks abzustimmen. „Verdi will sich aber nicht mit uns abstimmen“, so Goebel. Trotzdem habe man beschlossen, am Montag in Mettmann und Benrath zu streiken. „Wir haben immer gesagt, wir wollen die Belegschaft nicht spalten“, sagte Goebel. In Tiefenbroich würde man sich jedoch nicht am Streik beteiligen. Dort, so Goebel, gebe es fast keine Verdi-Mitglieder mehr, sodass die Gefahr einer Spaltung der Belegschaft nicht bestünde.

Verdi NRW fordert unter anderem zusätzliche freie Tage, um das Personal zu entlasten und die Berufe attraktiver zu machen. Man werde am Montag mit den punktuellen Streiks „spürbare Nadelstiche“ setzen, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, schilderte die Gewerkschaftssprecherin.

Der Fahrgastverband Pro Bahn zeigte sich kritisch mit Blick auf die Streikaktionen. Im ÖPNV sei Berechenbarkeit wichtig – umso ärgerlicher daher eine nur sehr kurzfristige Streik-Ankündigung, sagte der Bundesvorsitzende Detlev Neuß unserer Redaktion. Dass man nicht vorrangig die Fahrgäste, sondern die Unternehmen treffen wolle, halte er nicht für schlüssig.

(csr)
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