Radeln auf der Überholspur Neuer Fahrrad-Schnellweg in Düsseldorf – diese Details sind bekannt

Düsseldorf · Vom Südring zur Uni, über Münchener Straße und Benrather Bahnhof soll der Radschnellweg in Düsseldorf verlaufen. Dafür sind zum Beispiel neue Brücken vorgesehen. Wie die Pläne aussehen und wann gebaut werden soll.

An der Koblenzer Straße entlang soll auch der Radschnellweg entstehen.

An der Koblenzer Straße entlang soll auch der Radschnellweg entstehen.

Foto: Endermann, Andreas (end)

Die Strecke für den Radschnellweg steht fest. Im Ordnungs- und Verkehrsausschuss gab es keine Gegenstimmen, die Zustimmung im Stadtrat am 27. Juni ist wohl Formsache. Auf rund 25 Kilometern in Neuss, Düsseldorf und Langenfeld sollen durchschnittlich 20 Kilometer pro Stunde gefahren werden können. Der Baustart wird für 2027 erwartet, mindestens fünf Jahre müsste gebaut werden, sagte Mobilitätsdezernent Jochen Kral.

Allein 18 Kilometer der Trasse werden sich in der Landeshauptstadt befinden, und zwar vor allem im Süden. Von der Südbrücke aus geht es über den Südring zur Münchener Straße und an der Heinrich-Heine-Universität vorbei.

So ist der Verlauf geplant, auf dem Foto ist ein Abschnitt der Koblenzer Straße zu sehen.

So ist der Verlauf geplant, auf dem Foto ist ein Abschnitt der Koblenzer Straße zu sehen.

Foto: Schnettler

Entlang der Münchener Straße geht es durch Wersten und weiter über Holthausen bis nach Benrath. Über die Koblenzer Straße führt die Route durch Urdenbach und weiter nach Garath. In Hellerhof entlang der Frankfurter Straße geht es Richtung Langenfeld. Im Detail sind noch Änderungen möglich, doch die umzubauenden Straßen stehen grundsätzlich fest.

Hamm/Bilk Vorausgegangen ist die Prüfung vieler Varianten, allein für den ersten Abschnitt ab Südbrücke waren es letztlich acht. Kostenpflichtiger Inhalt Abstand genommen hat man etwa davon, die Route über Fleher und Hammer Deich zu führen, da die Trennung von Fußgängern nicht durchgängig möglich gewesen wäre. Der Variante über Aderräuscherweg und damit durch die Felder steht ein zu großer Eingriff in ein Biotop im Weg, das auch Lebensraum für den Kammmolch ist. Für den Südring spricht wiederum, dass die Innenstadt besser angebunden wird.

Dort ist dann auf nördlicher Seite ein Zweirichtungsweg vorgesehen, so können alle Spuren auf der Hauptverkehrsachse für den Autoverkehr erhalten bleiben. Damit Radler nicht an der Kreuzung zur Völklinger Straße aufgehalten werden, soll dort wahrscheinlich eine große Brücke gebaut werden, die die Stadt derzeit einer Unterführung vorzieht.

Auf Höhe der Aachener Straße ist der Südring zu überqueren, entlang des Grünzugs (hinterm Aachener Platz) über Stoffeler Damm und Himmelgeister Straße wird die Uni erreicht, die so direkt angebunden wird. Nicht weiter verfolgt wird etwa die Strecke durchs Wasserschutzgebiet Flehe.

Wersten/Holthausen Ab der Universitätsstraße soll der Radschnellweg an der Münchener Straße entlang verlaufen. Der bereits vorhandene Weg muss verbreitert werden. Am Knoten Ickerswarder Straße ist eine Unterführung angedacht, weiter südlich dann an der Kreuzung zur Bonner Straße sollen Radfahrer über eine Spindel auf die Höhe der Münchener Straße gebracht werden, wo sie dann auf einem neuen Bauwerk parallel der Münchener Straße fahren können.

Bilder des Tages aus Düsseldorf
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Foto: Olaf Oidtmann

Benrath Für Benrath hat sich die Route durchgesetzt, die den Bahnhof mit anbindet, und somit nicht über die Schlossallee führt, wo ein Fahrstreifen weggefallen wäre. Nun plant die Stadt, die bestehende Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Cäcilienstraße und Benrather Bahnhof zu verbreitern und zu diesem Zweck auch eine Lärmschutzwand zu versetzen. Die Paulistraße wird teils zur Fahrradstraße, über Humperdinckstraße und Haydnstraße geht es zur Koblenzer Straße.

Urdenbach/Garath Über die wichtige Achse Koblenzer Straße geht es mit beidseitigen Radwegen und Radfahrstreifen weiter, nach der Rostocker Straße muss in beiden Richtungen eine Kfz-Spur entfallen. Am Übergang zur Reinhold-Schneider-Straße will die Stadt einen Kreisverkehr bauen.

Garath/Hellerhof Auch am anderen Ende – oder je nach Perspektive auch Anfang – des Radschnellwegs in Düsseldorf gab es politische Debatten und unterschiedliche Varianten der Streckenführung. Hier soll gradlinig an der Frankfurter Straße entlang gefahren werden. Der bereits vorhandene Geh- und Radweg östlich kann allerdings nicht genutzt werden, die nötige Verbreiterung wäre mit einem zu großen Eingriff ins Biotop des Langforter Baches verbunden.

Deshalb soll auf der westlichen Seite der Straße ein Zweirichtungsradweg entstehen. Nach einem Schwenk um die Tankstelle herum und zwischen ihr und Damm der A59 entlang soll der Garather Mühlenbach mit einer noch zu bauenden Brücke überquert werden. Über Hellerhofweg und Garather Weg geht es schließlich nach Monheim.

Trotz einstimmiger Entscheidung für den Radschnellweg gab es auch kritische Anmerkungen. Die CDU will nicht, dass 68 Parkplätze am Stoffeler Damm und weitere an der Uni entfallen. Grüne und auch der Behindertenbeirat legen Wert darauf, dass der Radschnellweg ausnahmslos von Fußgängern getrennt geführt wird. Die SPD verwies zudem auf den bereits jetzt schon enorm langen Planungsprozess.

Tatsächlich hatte der Ausschuss schon 2012 den Anstoß gegeben, an einem Planungswettbewerb des Landes teilzunehmen. Die Düsseldorfer Trasse war als ein Siegerprojekt ausgewählt worden.