Europaweite Ausschreibung Düsseldorf will 2500 Stadträder anschaffen

Düsseldorf · Der Düsseldorfer Stadtrat soll im Februar über eine europaweite Ausschreibung entscheiden. Gedacht ist an 2500 Leih-Räder. Die ersten 30 Minuten sollen kostenfrei sein.

Die Leihräder von Nextbike gibt es heute etwa an einer Mobilitätsstation an der Universität.

Die Leihräder von Nextbike gibt es heute etwa an einer Mobilitätsstation an der Universität.

Foto: Connected Mobility Düsseldorf

Leih-Räder gibt es in Düsseldorf bereits, dies aber vor allem in der erweiterten Innenstadt und nicht in den Stadtteilen. Das soll sich ändern. Die Stadt plant ein kommunales Fahrradmietsystem, das mit 2500 Rädern im gesamten Stadtgebiet präsent sein soll. Es könnte im Juni des nächsten Jahres in Betrieb gehen, wenn der Verkehrsausschuss am Mittwoch und der Stadtrat am 22. Februar einer europaweiten Ausschreibung zustimmen. Die Kosten liegen im ersten Jahr bei 2,5 Millionen und dann bei 875.000 Euro pro Jahr.

Die Leihmobilität auf zwei Rädern sieht im Augenblick in Düsseldorf so aus: Es gibt 8400 E-Scooter und aktuell rund 250 elektrische Eddy-Leih-Mopeds. Neben 1580 E-Bikes bei Lime, Tier, Voi und Bolt schickt Nextbike rund 1000 „normale“ Räder auf die Straßen. Solche „Muskel-Räder“ sollen es auch beim städtischen Bike-Sharing sein. Deren Nutzung ist nicht nur gesund, es wird voraussichtlich auch eine Menge CO2 bei einem Einsatz dieser Art gespart – rund 800 Tonnen pro Jahr sind es nach Einschätzung der Stadttochter Connected Mobility Düsseldorf (CMD), die hier erstmals als Mobilitätsdienstleister auftreten will.

Das Stadtrad-System mit flächendeckendem Ansatz soll vor allem an den Knotenpunkten des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), in Wohnquartieren, an interessanten Orten wie Museen, Büchereien oder anderen Ausflugszielen etabliert werden. Natürlich gehören auch die Arbeitsstätten großer Arbeitgeber dazu. Insgesamt ist an 400 Ausleih- und Rückgabestandorte gedacht. Die Leihräder haben als Lückenschließer der „letzten Meile“ eine wichtige Funktion, sie können in der Kombination mit der Nutzung von Bus und Bahn die Alternative zur Autofahrt perfektionieren.

Die Ausleihpunkte sind je nach Ort unterschiedlich. An bestimmten zentralen Orten (Hauptbahnhof, Heinrich-Heine-Platz etc.) sollen die Räder in festen Bügelstationen untergebracht werden, ansonsten soll in der Innenstadt eher das ohnehin gut ausgebaute Netz der Sharing-Stationen, wo E-Scooter und andere Leih-Räder abgestellt werden müssen, genutzt werden. Die insgesamt 100 Bügelstationen sollen bei großen Firmen (etwa der Ergo) oder bei Mobilitätsstationen aufgebaut oder bei neuen Stadtquartieren mitgeplant werden (Cube Central 378 in Flingern).

Das Preissystem deckt nicht alle Kosten, deswegen wird der Zuschuss nötig. Der Politik wird folgendes Modell vorgelegt: Pro Monat wird eine Pauschale von fünf Euro fällig, beim Jahresabo sind es 50 Euro. Die ersten 30 Minuten sollen kostenfrei sein, danach fallen zehn Cent pro Minute an. Bei einem Abo-Tarif von Rheinbahn- und Firmenkunden könnte die Pauschale wegfallen. Der maximale Mietpreis am Tag soll bei 15 Euro liegen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort