Verkehr in Düsseldorf Parkplatzabbau an der Hansaallee in der Kritik

Düsseldorf · Der Ausbau der Radleitroute in Düsseldorf beschäftigt auch die Bezirksvertretung 4. Es wird unter anderem befürchtet, dass eine ersatzlose Streichung von benötigten Stellplätzen den Verdrängungsprozess in Seitenstraßen eröffne und den Bürgerfrust verstärke.

 Auf der Hansaallee einen Parkplatz finden, dürfte bald ziemlich schwierig werden.

Auf der Hansaallee einen Parkplatz finden, dürfte bald ziemlich schwierig werden.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Die Verwaltung plant den Ausbau der Radleitroute 2 im Linksrheinischen unter anderem über die Hansaallee. Dabei sollen nicht zuletzt 240 Parkplätze entfallen. Als Begründung verweist das Amt auf die Ergebnisse einer Parkraumerhebung vom März 2023 sowie auf eigene Erkenntnisse, wonach insbesondere abends und nachts der größte Teil der Parkplätze überhaupt nicht genutzt werde. Das alles treibt natürlich auch die Mitglieder der Bezirksvertretung 4 um, die für die Sitzung am heutigen Mittwoch, 18. Juni, ab 15 Uhr im Rheinblick 741 (Pariser Straße 41) zahlreiche Anfragen und Anträge vorbereitet haben.

So moniert die FDP, dass die Ergebnisse der Parkraumerhebung allen Mitgliedern der Bezirksvertretung völlig unbekannt seien, obwohl der Umbau der Hansaallee mehrfach Tagesordnungspunkt war. Entgegen den nicht belegten Ausführungen des Verkehrsdezernenten hätten häufige Begehungen jedoch bestätigt, dass der größte Teil der Parkplätze abends, an Wochenenden und Feiertagen sehr wohl belegt ist.

Ersatzlösungen seien in der Bezirksvertretung mehrfach angesprochen worden – etwa Quartiersgaragen oder die Öffnung von Firmenparkplätzen. „Konkrete Antworten stehen bisher noch aus“, so die Liberalen. Das Parkraumproblem in einer überfüllten Stadt bedürfe kreativer Lösungen.

Eine ersatzlose Streichung von benötigten und genutzten Stellplätzen eröffne nur den Verdrängungsprozess in Seitenstraßen und würde den Bürgerfrust verstärken. Moderne Verkehrspolitik bedeute mehr als das Zurückdrängen von Autoverkehr ohne Aufzeigen von Alternativen nach dem Motto: Wird sich schon alles irgendwie richten.

Die SPD fragt in diesem Zusammenhang konkret nach: Wie viel private Parkplätze beispielsweise von Unternehmen oder Supermärkten bestehen im fußläufigen Umfeld zur Hansaallee? Und: Steht die Verwaltung bereits in Kontakt mit möglichen privaten Parkplatzbesitzern, damit diese Alternativen der Allgemeinheit angeboten werden können?

Die Grünen haben 14 Verbesserungsvorschläge aufgelistet. Darunter heißt es unter anderem auch: Parkplätze auf der Hansaallee zwischen Ambossstraße und Niederkasseler Lohweg sollten für die Fortführung des Radwegs überplant werden. Die Einrichtung dieser Radwege benötige keine feste Bauweise, Farbe reiche zum Kennzeichnen dieser Übergangslösung aus. Das Fahren auf der Fahrbahn sollte durchgehend erlaubt sein.

Und: Der Baumschutz auf der Hansaallee müsse umgesetzt werden. Die Bäume seien vor Schäden durch parkende Autos endlich ernsthaft zu schützen. Diese Bäume bildeten gemäß Landesnaturschutzgesetz eine geschützte Allee. Auch eine größere Investition in den Baumschutz lohne sich, da diese Bäume einen sehr großen Beitrag für die Klimaanpassung leisten würden.