Verein Heartbreakers setzt sich für Aids-Hilfe in Düsseldorf ein

Verein Heartbreakers : Gemeinsam gegen Aids und Vorurteile

Seit 25 Jahren sammelt der Verein Heartbreakers Geld, um Menschen mit HI-Virus zu helfen. Deren Situation hat sich im Laufe der Jahre verbessert. Trotzdem muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden – sowohl bei Betroffenen wie auch in der Gesellschaft.

Der Moment, in dem Yvonne Hochtritt beschloss, sich für die Unterstützung HIV-positiver Menschen einzusetzen, war der Tod eines guten Freundes. Dieser starb vor über 25 Jahren an Aids. Im Freundeskreis hatte man sich damit abgefunden, Pläne für die Beerdigung gemacht. Dann kamen die Eltern des Verstorbenen, mit denen er seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte, und setzten ihn in ihrem Heimatdorf bei. „Aber das Schlimmste war: Sie haben gegenüber ihren Bekannten gelogen, was seine Todesursache war“, erzählt Hochtritt. In diesem Moment, so sagt sie heute, habe sie sich entschieden, gegen die Stigmatisierung der Krankheit aktiv zu werden.

Heute, mehr als zwei Jahrzehnte später, ist sie Sprecherin der Heartbreakers, eines Fördervereins der Düsseldorfer Aidshilfe. 200.000 Euro haben die etwa 50 Mitglieder im vergangenen Jahr gesammelt.

„Dabei fing alles ganz klein an“, sagt Gründungsmitglied und heutiger Vorsitzender Andreas Fußhöller. Er hat 1994 in einer Werbeargentur gearbeitet, die den Auftrag bekam, eine Kampagne für die Düsseldorfer Aidshilfe zu entwickeln. „Das Thema hat mich sofort berührt, auch, weil es in meinem Freundeskreis Menschen mit HIV gab“, erzählt Fußhöller. Darum hat er sich engagiert und den Verein Heartbreakers gegründet. Eines der ersten großen Projekte war die Unterstützung des Festival of Friendship auf dem Burgplatz. Das Fest trug bei, die Themen HIV und Aids in die Bevölkerung bekannt zu machen und ins Bewusstsein zu holen.

„In den 1990er Jahren waren HIV-positive Menschen noch stark stigmatisiert. Die Gesellschaft hat kaum über sie gesprochen“, sagt Fußhöller. Yvonne Hochtritt ergänzt: „Es gab ein großes Unwissen und die Menschen hatten Angst vor der mysteriösen, tödlichen Krankheit.“ Heute habe sich in diesem Bereich viel getan, sowohl medizinisch als auch in der öffentlichen Wahrnehmung.

Dennoch müssen Projekte wie die Aidshilfe unterstützt werden. Diese bietet Beratung, Tests und Projekte für Menschen mit dem HI-Virus an und ist – neben öffentlichen Fördergeldern – auf Spenden angewiesen. „Da kommen wir ins Spiel“, sagt Heartbreakers-Vorsitzender Fußhöller. Sein Verein stelle keine Fachlichkeit zur Verfügung, es gehe um Öffentlichkeit und materielle Unterstützung. 120 Euro im Jahr zahlt jedes Mitglied der Heartbreakers als Beitrag. Doch auch Nicht-Mitglieder können sich einbringen, etwa als ehrenamtliche Helfer bei der jährlich stattfindenden Kunstauktion Heartwork im K21, bei verschiedenen Events, Partys und Infoveranstaltungen. Oder beim Verkauf der Solibären: Jedes Jahr gibt es den kleinen Teddy im neuen Design, und er wird für den guten Zweck verkauft. „Inzwischen ein echtes Sammlerstück“, sagt Fußhöller. Dominik Schneider

Infos zum Verein gibt es im Internet unter www.heartbreaker-duesseldorf.de. Kontakt außerdem per Mail an heartbreaker@duesseldorf.aidshilfe.de und unter Telefon 0211 7709541

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