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Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst: Verdi rechnet mit 5000 Streikenden

Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst : Verdi rechnet mit 5000 Streikenden

Die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes werden am Mittwoch erneut in Düsseldorf streiken. Anders als beim Warnstreik am 7. März soll diesmal in allen Bereichen ganztägig gestreikt werden.

Beteiligen werden sich neben der Rheinbahn, den Mitarbeitern der Kindertagesstätten und dem Garten- und Friedhofsamt, auch die Awista, die Beschäftigten der Stadtverwaltung und der Kreissparkasse. Welche Krankenhäuser von dem Streik betroffen sind, ist zurzeit noch unklar.

Rund 5000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes werden laut Verdi am Mittwoch mit Dienstbeginn zwischen 7.30 Uhr und 8 Uhr in den Streik treten. Mit 75 bis 80 Bussen werden sie dann nach Duisburg zu einer zentralen Versammlung fahren. "Wir gehen davon aus, dass weitere 1000 Streikende hier in Düsseldorf sein werden", sagt Verdi-Bezirksgeschäftsführer Gustav Wilden. Im Gegensatz zum ersten Warnstreik vor zwei Wochen erwartet Verdi diesmal 1000 bis 1500 Streikende mehr. "Es gibt zurzeit keinerlei Andockungspunkte zwischen Arbeitgebern und -nehmer", sagt Wilden. "Wir liegen meilenweit auseinander."

Die Arbeitgeber hatten in der letzten Woche ein Angebot gemacht. In zwei Stufen sollten die Arbeitnehmer 3,3 Prozent mehr Lohn verteilt auf 24 Monate erhalten und eine Einmalzahlung von 200 Euro. Verdi wies das Angebot als zu niedrig zurück. Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent, mindestens aber ein Plus von 200 Euro im Monat.

Auch die Mitarbeiter der Rheinbahn haben laut Betriebsrat Uwe David "kein Verständnis" für das Angebot. "Ein Busfahrer verdient 1990 brutto. Wenn man sich die Mieten in Düsseldorf anschaut, sieht man, dass das nicht reicht. Wir brauchen den Sockelbetrag." Am Mittwoch wird es laut David bei der Rheinbahn "den ganzen Tag keinen Bus- und Bahnverkehr" geben.

Kitas, Stadtwerke und Awista streiken

Wer in den nächsten Tagen Sperrmüll bestellt hat, muss sich auch darauf einstellen, dass dieser liegen bleibt -­ genauso wie der normale Hausmüll. 600 Mitarbeiter der Tagesschicht legen die Arbeit nieder. "Es wird dauern, bis das wieder eingesammelt ist", sagt Werner Rund, Betriebsrat der Awista. "Aber die Leuten sollen auch sehen, dass wir es ernst meinen. Mit 1625 Bruttolohn ist in Düsseldorf nichts zu reißen."
Bei den Stadtwerken sind 800 Mitarbeiter zum Streik aufgerufen. Betroffen sein werden vor allem die Kundencenter, Callcenter und Werkstätten. Nicht bestreikt werden Kraftwerke und Schwimmbäder. "Das wäre dann die nächste Stufe", sagt Betriebsratsvorsitzender Klaus Schörnisch.

Auch in den Kindertagesstätten ist die Bereitschaft zu streiken laut Erzieherin Britta Tessarek groß. "Auch wenn es schwierig ist, den Eltern die Situation zu erklären, ist es nötig. Und der Mut steigt." Wie viele und welche Kitas von dem Streik betroffen sind, sei noch nicht klar. Die Eltern würden aber vor Ort darüber informiert und es gebe einen Notdienst. Viele Eltern zeigten sich zudem solidarisch. "Nach vier Jahren Ausbildung und einem Anerkennungsjahr liegt das Einstiegsgehalt bei 2087 Euro Brutto. Nach 17 Jahren Dienst sind es in der Endstufe 2732,85 Euro. Davon kann man in Düsseldorf kaum den Lebensunterhalt bestreiten."

Dieses Mal werden auch die Oper und das Schauspielhaus ganztägig streiken. Außerdem werden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Stadtwerke in Hilden sowie der Stadtverwaltung in Ratingen streiken. Die nächsten Runde der Tarifverhandlungen findet am 28. März in Berlin statt.

Hier geht es zur Infostrecke: Fragen und Antworten zum Verdi-Streik 2012

(anch/jco/top)