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Abercrombie & Fitch: US-Kultlabel: Erste Filiale in Deutschland

Abercrombie & Fitch : US-Kultlabel: Erste Filiale in Deutschland

Wenn das amerikanische Mode-Label Abercrombie & Fitch am 1. Dezember seine erste Deutschlandfiliale in Düsseldorf an der Königsallee eröffnet, ist der Andrang programmiert. Warum erzeugt das Unternehmen, dessen Verkäufer wie Models aussehen, mit seinen Stücken solch einen Kult?

Am 1. Dezember werden in Düsseldorf an der Königsallee vor dem Haus mit der Nummer 17 Hunderte Menschen Schlange stehen. Sie werden Stunden lang geduldig warten – um Jeans, T-Shirts, Strickjacken oder Pullover mit einem kleinen Elch-Logo zu kaufen. Das ist das Markenzeichen des Modelabels Abercrombie & Fitch.

Der Eröffnung des ersten Geschäfts in Deutschland fiebern die Fans der amerikanischen Marke schon seit Monaten entgegen. Abercrombie & Fitch ist zum Kult geworden. Die Frage ist nur: Warum? Denn die Kleidungsstücke sind – man muss es zugeben – ziemlich unaufregend.

Bis 2007 gab es Abercrombie & Fitch nur in den USA und Kanada. Dann folgten Filialen in London, Kopenhagen, Paris, Mailand und zuletzt Madrid. Damit waren die Kollektionen für viele Kunden in Deutschland nur schwer zu bekommen. Verknappung wirkt – in diesem Fall äußerst anziehend. Und das Label aus Ohio achtet penibel darauf, dass die Kleider aus den USA in Deutschland niemand unerlaubt verkauft. So stoppte das Unternehmen in Frankfurt den Verkauf einer gesamten Kollektion von Peek & Cloppenburg. Der Düsseldorfer Modekonzern hatte sich die Ware über einen Großhändler beschafft.

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Das Label ist ein Muss für Modejunkies; die heiß begehrte Ware für Teenies wird auch von Menschen getragen, deren Pubertät mehr als zehn Jahre zurückliegt. Prominente wie Stefan Raab, Kai Pflaume und Oliver Kahn zählen etwa zu den A&F-Kunden. Die Marke schafft ein Image, das auf Coolness setzt. Sie vermittelt ein Stück amerikanisches Lebensgefühl. California Dreamin'. Surfin' USA.

Die Inszenierung dieses Lebensgefühls beginnt am Eingang. Das Empfangskomitee besteht aus zwei jungen Männern mit nacktem, durchtrainiertem Oberkörper. Drinnen wummert Musik mit ordentlich Dezibel. Das Publikum schiebt sich durch sehr dunkle Räume. Hat man etwas gekauft, bekommt man eine Einkaufstüte – wieder mit einem nackten Männer-Oberkörper.

Körperkult statt Couture. Mike Jeffries, Vorstandsvorsitzender der US-Modekette, verriet einem Reporter des "New York Times Magazine": "Wir stellen gut aussehende Leute ein. Weil gut aussehende Leute andere gut aussehende Leute anziehen, und wir wollen an coole, gut aussehende Kunden verkaufen. Nicht an andere." Diese Strategie führte 2003 zu einer Klage wegen Rassendiskriminierung. Der Vorwurf war, dass das Unternehmen nur Weiße einstelle. Abercrombie & Fitch zahlte angeblich 40 Millionen Dollar Schadenersatz und wurde angehalten, Menschen aller Hautfarben einzustellen.

Das Casting für die Mitarbeiter in Düsseldorf hat vor ein paar Monaten begonnen. Auf 2000 Quadratmetern und drei Etagen dürfen die männlichen Mitarbeiter künftig ihre Sixpacks präsentieren. "Store Models", die nichts anderes tun müssen, als gut auszusehen. Ab dem 25. November um 11 Uhr sollen rund 40 männliche Models, die aus den Filialen in den USA, Italien, England, Frankreich, Japan, Dänemark und Spanien gecastet wurden, vor dem Geschäft Posten beziehen. Eine Woche lang. Jeden Tag. Ob sie dabei "oben ohne" sind, bleibt abzuwarten.

(RP/jco/rl)