Urteil zu Auftragsmord in der Karibik: Lebenslange Freiheitsstrafe

Urteil in Düsseldorf : Lebenslange Haft für Auftragsmord in der Karibik

Im Prozess um einen Auftragsmord in der Karibik ist die Angeklagte am Freitagmorgen in Düsseldorf zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. In seiner Urteilsbegründung äußerte der Richter sein Bedauern über das Urteil und sprach von einer "Gerechtigkeitslücke".

Am Freitag wurde die 45-jährige Frau aus Ratingen, die wegen gemeinschaftlichen Mordes aus Heimtücke in Düsseldorf vor Gericht steht, zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Frau hatte einen Auftragskiller beauftragt, der ihren Ex-Mann und Vater ihrer Töchter Ende Dezember 2015 bei einem Urlaub in der Dominikanischen Republik mit einem Kopfschuss getötet hat.

Der Vorsitzende Richter Rainer Drees drückte bei der Urteilsbegründung sein eigenes Bedauern über die Strafe aus. Die Angeklagte hatte sich eigenständig bei der Polizei gemeldet und den Auftragsmord gestanden. "Normalerweise wäre das ein Grund zur Strafmilderung", erklärte der Richter am Freitag. "Doch in einem Mordfall lässt das Gesetz nur die lebenslange Freiheitsstrafe als Strafmaß zu."

Er fügte außerdem hinzu, dass in der aktuellen Legislaturperiode eine Änderung des Mordparagrafen im deutschen Gesetz angedacht sei. Sollte diese Änderung tatsächlich vollzogen werden, habe die Verurteilte später eventuell die Möglichkeit, das Urteil in eine zeitlich begrenzte Strafe umzuwandeln. "Derzeit gibt es aber laut Gesetzestext bei Mord keine Chance auf eine Strafmilderung", sagte der Richter. Die Angeklagte hat das Urteil äußerlich unbewegt aufgenommen.

(siev/wuk)
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