Urteil am Amtsgericht Düsseldorf: Jugendarrest für S-Bahnschläger

Prozess vor dem Amtsgericht Düsseldorf : Jugendarrest für S-Bahnschläger

Für einen tätlichen Angriff auf einen S-Bahn-Lokführer muss ein Fahrgast jetzt für vier Wochen in Jugend-Dauerarrest. Das entschied jetzt das Düsseldorfer Amtsgericht.

Zudem brummte ein Richter dem schon aktenkundigen Heranwachsenden noch 80 Sozialstunden auf. Laut Anklage war der 20-Jährige an einem Juniabend 2018 mit drei Kumpanen in Eller in die S1 eingestiegen, hatte sich beim Aussteigen in Hilden dann ein Wortgefecht mit dem Lokführer (47) geliefert.

Als der Fahrgast dem Bahn-Mitarbeiter durch das Fenster der Fahrerkabine im S-Bahnhof Hilden noch Bier ins Gesicht schüttete, stieg der Lokführer aus, wollte den 20-Jährigen festhalten bis die Polizei kommt. Der riss sich aber los, brach dem S-Bahn-Fahrer einen Finger, schleuderte im Weggehen noch seine Brieflasche gegen ein Bein des Lokführers.

Im Prozess wollte einer seiner Kumpane (17) jetzt für den Angeklagten aussagen und bestätigen, dass das Quartett damals nur dem Lokführer beistehen wollte, als der eine Diskussion hatte mit einem Betrunkenen am Bahnsteig in Eller. In Hilden beim Aussteigen sei die Lage aber eskaliert.

Doch am Montag fiel auf, dass der „Entlastungszeuge“ diese Aussage per Mobiltelefon mit dem Angeklagten abgesprochen hatte. Sein Handy wurde beschlagnahmt, ihm droht nun ein eigenes Verfahren wegen Falschaussage.

Nach Aussagen weiterer Zeugen gab es für den Richter nämlich keine Zweifel, dass der Anklagevorwurf richtig, der Angeklagte schuldig zu sprechen war.