Flughafen Düsseldorf: Urlauber-Autos blockieren Parkplätze

Flughafen Düsseldorf : Urlauber-Autos blockieren Parkplätze

Der Flughafen erwartet am Freitag 75.000 Passagiere. Für die Stadtteile rund um den Airport bedeutet dies neuen Ärger, denn viele parken ihr Auto dort und lassen es während der Urlaubszeit stehen. Im Internet kursieren sogar Tipps, wo es in Flughafen-Nähe kostenfreie Parkplätze gibt.

Der Drang, auf dem Weg in den Urlaub ein paar Euro zu sparen, führt in Düsseldorfs nördlichen Stadtteilen zurzeit zu chaotischen Verhältnissen. Weil Parken in den Parkhäusern und -plätzen des Flughafens relativ teuer ist, weichen viele Reisende auf Stadtteile in Flughafen-Nähe aus.

Der Flughafen meldete kürzlich, die Lage auf den Flughafen-Parkplätzen sei entspannt, jeder der Bedarf habe, finde einen Stellplatz für sein Auto. Die Zahl der Menschen, die mit dem Auto kommen, sei rückläufig. Matthias Steinwachs, Anwohner aus Unterrath, sieht einen ganz anderen Grund: "Die entspannte Parkplatzlage liegt in erster Linie daran, dass immer mehr Reisende aus dem Umland und dem nahen Ausland ihren Wagen in den Wohngebieten entlang der Buslinien zum Flughafen oder in der Nähe der S-Bahn-Stationen in Unterrath, Stockum und Lohausen abstellen."

Allein auf der Kaiserswertherstraße zwischen der Kreuzung Am Hain/Stockumer Kirchstraße und Freiligrathplatz, ein beliebter Umsteigeplatz für morgendliche Berufspendler, stünden seit Ferienbeginn mehr als 200 Dauerparker aus Holland, dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein. Und weil es da restlos voll sei, wichen die Ersten jetzt eben in die benachbarten Anwohnerzonen aus. "Was soll auch passieren? Kontrolliert wird eh kaum bis nie — und wenn doch, ist ein Knöllchen wesentlich preiswerter als ein Parkschein am Flughafen", sagt Steinwachs, der in den Gebieten mit dem Hund spazieren geht.

Parken in Wohngebieten Düsseldorfs ist längst kein Geheimtipp mehr. Auf Foren im Internet geben Urlauber sich gegenseitig Tipps, wo man in Düsseldorf gratis parken kann. "In Düsseldorf parke ich immer in einem Wohngebiet in Düsseldorf-Unterrath und fahre dann die eine Station mit der S-Bahn zum Flughafen", rät ein Internetnutzer. Auf niederländischem Internetportal rät ein Tourist dazu, nahe einem Gewerbegebiet zu parken und dann den Bus zu nehmen.

Ulrich Decker, Bezirksvorsteher im Stadtbezirk 5, bestätigt das Problem. "Der Pendlerparkplatz in Angermund ist genau so voll von Fluggast-Autos wie die Straßen in Lohausen und Stockum. Für die Einheimischen ist kein Platz", sagt der CDU-Politiker. Ob Parkverbote oder Haltezeiten — jeder Versuch, dieses Parken einzudämmen, sei bislang fehlgeschlagen, oder er träfe die "echten" Pendler unverhältnismäßig hart. Die Sommerferien, wenn besonders viele Menschen Düsseldorf als Sprungbrett in den Urlaub nutzen, verschlimmern die Lage im Düsseldorfer Norden. "Manche Anwohner — vor allem in Unterrath — stellen inzwischen Poller auf, damit ihre Straßen nicht ganz zugeparkt werden", sagt Anwohner Steinwachs. Der Flughafen kennt das Problem, sieht sich aber machtlos. "Auf die Parkregelungen in den Straßen Düsseldorfs hat der Flughafen keinen Einfluss", sagt Flughafensprecher Thomas Kötter.

Bezirksvorsteher Decker hat resigniert. "Der Flughafen könnte die Parkpreise senken, aber auch die brauchen ja die Einnahmen. Ich sehe zurzeit keine praktikable Lösung", sagt Decker. Heute dürfte sich die Lage noch mal verschärfen: 75 000 Fluggäste werden erwartet — der zweitstärkste Tag des Jahres.

(RP/jco)
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