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Düsseldorf: Untreue-Vorwurf - Freispruch für Ex-IDR-Chef Pröpper

Düsseldorf : Untreue-Vorwurf - Freispruch für Ex-IDR-Chef Pröpper

Mit einer Totalniederlage für die Staatsanwaltschaft endete beim Amtsgericht am Dienstag der Untreue-Prozess um den letzten verbliebenen Vorwurf gegen Ex-IDR-Chef Heinrich Pröpper.

Angeklagt wegen Veruntreuung von 70.000 Euro, weil er Rechnungen des damaligen CDU-Ratsherrn Harald Wachter an die IDR ohne Gegenleistung durchgewunken habe, wurde Pröpper freigesprochen. Die Richter bezweifelten, ob der langjährige IDR-Chef wusste, dass seiner Abzeichnung der Wachter-Rechnungen 2007 keine Arbeitsleistung des CDU-Ratsherrn zugrunde lag. Die Staatsanwälte hatten bis zuletzt auf einen Schuldspruch gedrängt und 10.500 Euro als Strafe gefordert. Nun prüfen sie eine Berufung gegen den Pröpper-Freispruch beim Landgericht.

"Erleichtert und bestätigt" sah sich Pröpper nach dem Urteil. Er habe ja schon früh in der so genannten IDR-Affäre von einer "Hexenjagd" gesprochen, dahinter stets nur ein Ziel vermutet: "Mich aus politischen Gründen kaltzustellen." Dass es fünf Jahre dauerte, bis von anfangs 96 Anklagepunkten am Dienstag kein einziger mehr übrig blieb, "war ein hartes Stück Arbeit", so der 66-Jährige.

Anfangs war ihm noch angelastet worden, er habe Mitarbeitern der Stadt, der Staatskanzlei, dem damaligen OB Elbers und fünf Beigeordneten kistenweise Wein oder Champagner als Geburtstags- oder Weihnachtspräsente zukommen lassen - laut Staatsanwaltschaft nur, um bei den Empfängern ein günstiges Klima für die IDR zu schaffen. Um ihre Verfahren zu beenden, haben nahezu alle dieser Empfänger später als Geldauflagen bis zu fünfstellige Beträge gezahlt, auch Ex-OB Elbers zahlte 10.000 Euro. Doch erst danach befand das Landgericht, dass 95 dieser Fälle nicht für eine Anklage gegen Pröpper taugen, allenfalls der Untreue-Vorwurf wegen der Wachter-Rechnungen.

Und auch jener letzte Punkt führte nicht zum Schuldspruch. Das Gericht könne nicht klären, ob Pröpper (der damals täglich bis zu hundert Rechnungen an die IDR als "rechnerisch richtig" abgezeichnet und so zur Auszahlung freigegeben haben soll) bei den Freigaben der Wachter-Rechnungen wusste, dass diesen Honorarbeträgen keine Gegenleistungen zugrunde lagen. "Von allen Punkten, die man mir vorgeworfen hat, ist nix übrig", so Pröpper zufrieden. Und gab an, dass er jetzt vor allem eins wolle: Samt Gattin mal über den Weihnachtsmarkt schlendern und letzte Geschenke besorgen.

(wuk)