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Unternehmen in Düsseldorf bewerten ihre Lage besser

Wirtschaftskrise in Düsseldorf : Unternehmen bewerten ihre Lage besser

Die Industrie ist der Motor der Konjunktur, doch auch hier lauern Risiken. Die Lage krisengeschüttelter Branchen ist dagegen nach wie vor ernst. Eine IHK-Umfrage zeigt, wie unterschiedlich die Aussichten sein können.

So hart manche Branchen immer noch von den Folgen der Pandemie betroffen sind, insgesamt bessern sich Lage und Aussichten der Wirtschaft, wie eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer bei Unternehmen in Düsseldorf und am Niederrhein zeigt. Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, sagte bei der Präsentation des Konjunkturberichts: „Es geht aufwärts, große Teile der Wirtschaft sind sehr robust.“ Seiner Ansicht nach werde sich der Trend fortsetzen. Ins Bild passt da etwa, dass seit Beginn der Pandemie erstmals wieder mehrheitlich mehr investiert und eingestellt werden soll.

Nach wie vor deutlich wird jedoch, wie unterschiedlich die Unternehmen je nach Branche durch die Krise kommen. Im Einzelhandel zeigt sich etwa, dass dort die Pläne für den Personalabbau deutlich überwiegen. Besonders gespalten zeigt sich je nach Ausrichtung der Dienstleistungssektor. Freizeit-, Reise- und Tourismusbranchen melden angesichts der eingeschränkten Geschäftsmöglichkeiten eine sehr schlechte Lage.

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Motor der Konjunktur ist dagegen die Industrie, davon profitieren wiederum ihr nahestehende Dienstleister sowie Großhändler. Wichtige Impulse kommen beim verarbeitenden Gewerbe laut Berghausen durch die Erholung in Asien und Konjunkturpakete in den USA. Ein extremer wirtschaftlicher Aufschwung zeigt sich bei den Herstellern von Vorleistungsgüter für die Produktion. Sie beurteilen ihre Lage nunmehr mit plus 27 Punkten, nach zuvor noch minus 15 Punkten.

Auf die Stimmung drückt allerdings in besonderem Maße das Geschäftsrisiko durch deutlich teurere und knappere Rohstoffe, was so hoch wie noch nie eingeschätzt wird. Verbunden damit ist Inflationsgefahr. Positiv wirken sich endlich steigende Auftragseingänge aus.

Eine Abkühlung des Klimas macht sich dagegen in der Bauwirtschaft bemerkbar. Nach acht Jahren werden die niedrigsten Werte für Lage und Aussichten erreicht, auch wenn sie insgesamt noch gut sind. Berghausen sieht etwa den Unsicherheitsfaktor Kurzarbeit und ihre möglichen Folgen für die Nachfrage beim Wohnungsbau. Auch die zu erwartende Entwicklung zu mehr Homeoffice und weniger Investitionen für Büros schlage sich nieder.

Wermutstropfen für die insgesamt bessere Lage der Wirtschaft in der Region: Das Niveau von vor der Pandemie wird wohl später erreicht als zunächst gedacht. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer an der Umfrage sehen die Rückkehr zur Normalität nicht mehr in diesem Jahr als erreichbar an. Und: Acht statt sechs Prozent der Unternehmen glauben jetzt überhaupt nicht mehr an diese Erholung. Im Einzelhandel sind das sogar 15 Prozent, im Vergleich zu sieben Prozent in der vorherigen Umfrage.