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Studie der HSH-Nordbank: Unteres Mietsegment immer teurer

Studie der HSH-Nordbank : Unteres Mietsegment immer teurer

In Düsseldorf steigen die Mieten seit langem im Luxussegment. Eine Studie der HSH-Nordbank belegt, dass jetzt auch die Mieten im Niedrigsegment in der Landeshauptstadt extrem anziehen. Allein im Spitzenjahr 2012 stiegen die Mieten bei "preiswerten Wohnungen" um 12,3 Prozent.

Wer in Düsseldorf, etwa als Student, Auszubildender oder sonstiger Mensch mit niedrigem Einkommen ist, hat es immer schwerer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Lange beobachten Makler in der Landeshauptstadt einen Anstieg der durchschnittlichen Wohnungsmieten. Doch viele Experten sahen die Ursache dafür in der Tatsache begründet, dass mehr Luxuswohnungen entstehen und dadurch der Durchschnitt nach oben verzerrt wird.

Betrachtet man aber nur die Entwicklung der Mieten im unteren Preissegment, dann kann eine Explosion der Preise festgestellt werden. Laut einer Studie der Hamburger Landesbank HSH-Nordbank sind die Preise für neuvermietete Wohnungen im unteren Preissegment allein im vergangenen Jahr um 12,3 Prozent gestiegen. Das betrifft Wohnraum mit Preisen im niedrigsten Drittel Düsseldorfs. Zwischen 2001 und 2008 hatten die Preise dort um etwa 6,50 Euro je Quadratmeter stagniert. "Seit dem Jahr 2008 etwa beobachten wir den sprunghaften Anstieg. 2009 ging es in diesem Wohnungssegment um 3,8 Prozent nach oben, 2010 lag der Anstieg schon bei 8,1 Prozent pro Jahr", sagt HSH-Analyst Stefan Goronczy. Heute liegt der Schnitt bei 8,20 Euro pro Quadratmeter.

Ein ähnlicher Trend lässt sich bei wiedervermieteten Wohnungen im Niedrig-Preissegment beobachten. "Hier stiegen die Preise 2011 um 8,7 Prozent auf 6,90 Euro je Quadratmeter. Düsseldorf gehört zu den begehrtesten Wohnlagen Deutschlands", ergänzt Peter Axmann, Leiter Immobilienkunden bei der HSH-Nordbank.

Auch die Experten sehen die Verknappung von Wohnraum im unteren Preissegment, der sich durch die anhaltenden Zuzüge von Menschen verschärft. "In Düsseldorf werden heute bevorzugt höherpreisige Wohnungen gebaut, die ordentliche Renditen für die Investoren versprechen", sagt Hans-Josef Holtgrefe, Leiter Immobilien am Standort Düsseldorf der HSH-Nordbank. Zu den klassischen Hochpreisvierteln der Stadt wie Oberkassel oder Düsseltal kämen mehr Viertel hinzu, deren Bevölkerungsstruktur sich ändere. Der einzige Stadtbezirk, der einen Rückgang bei den Mietpreisen im vergangenen Jahr verzeichnete, ist der Bezirk 10 mit den Vierteln Garath und Hellerhof. In allen anderen stiegen die Mietpreise - gerechnet auf den Durchschnitt bei allen Preissegmenten. "Am stärksten war der Anstieg im Linksrheinischen, und das, obwohl die Mieten hier ohnehin schon auf sehr hohem Niveau sind. Dort stiegen die Mieten im zweiten Halbjahr 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,5 Prozent, dicht gefolgt vom Bezirk 7 (Gerresheim, Grafenberg, Hubbelrath) mit einem Anstieg von 9,3 Prozent. In den Stadtbezirken 1, 2 und 3 beobachteten die Analysten einen Durchschnitts-Mietanstieg zwischen fünf und sechs Prozent. "Getragen wird dieser Trend von den Kultvierteln Flingern, Pempelfort, Unterbilk und inzwischen auch Bilk", sagt Holtgrefe.

Eine Trendumkehr sehen die Banker nicht. Sie sind sich einig, dass es sich beim Anstieg von Mieten und Eigentumspreisen nicht um eine Blase handelt.

Hier geht es zur Infostrecke: Übersicht: Das kosten Grundstücke und Immobilien in Düsseldorf

(ila)