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Düsseldorf: Universität wird für 146 Millionen Euro saniert

Düsseldorf : Universität wird für 146 Millionen Euro saniert

In einem Mammutprojekt werden marode Gebäude wie das Hörsaal-Zentrum modernisiert. Zwei Altbauten sollen abgerissen werden.

Die Universität Düsseldorf ist eine große Baustelle – und das ist auch gut so. Denn viele Gebäude, die vor gut 50 Jahren gebaut wurden, sind marode und sanierungsbedürftig; einige Gebäude sollen sogar abgerissen werden, weil die Umbau- und Modernisierungsarbeiten unrentabel wären. Über Landesmittel bekommt die Universität dafür 146 Millionen Euro, 110 Millionen alleine über das Hochschulmodernisierungsprogramm. Geld, mit dem man sich nun um die drängendsten Probleme auf dem Campus kümmert.

Eines der wichtigsten Projekte ist die Sanierung und Modernisierung des Gebäudes 23.01, direkt gegenüber des neuen Heinrich-Heine-Denkmals von Bert Gerresheim. Das Gebäude wird vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW grundlegend überarbeitet und erneuert. So hat das Gebäude bereits eine gläserne Fassade mit einem großzügigen Foyerbereich bekommen. Die neue Fassade und Einschnitte im Dach sorgen dafür, dass das ehemals dunkle und kellerartige Gebäude nun durch natürliches Licht illuminiert wird. Die alten Treppen wurden entfernt und durch neue ersetzt, Holzböden werden verlegt; auch die Technik wird verbessert. Ein Blickfang ist die Freitreppe mit seitlichen Sitzpodesten und "Inseln" zum Ausruhen und Lernen. Auch die vier Hörsäle werden modernisiert, bekommen neue Böden, eine neue Bestuhlung und auch eine neue Technik.

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Zum Start der doppelten Abiturjahrgänge im Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, sagt Rektor Hans Michael Piper, denn ohne das Gebäude fehlten der Uni wichtige Veranstaltungsräume. Von den Arbeiten, die zurzeit laufen, werden am Ende aber nicht nur die Studenten und Mitarbeiter der Philosophischen Fakultät profitieren, deren Vorlesungen und Seminare dort stattfinden, sondern auch Düsseldorfer allgemein. Denn in dem Gebäude finden traditionell öffentliche und auch viele prominent-besetzte Veranstaltungen statt: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner ifo-Instituts, haben dort schon vor hunderten Gästen Vorlesungen gehalten.

Wohl nicht sanierungsfähig sei das Gebäude 23.21 nebenan, sagt Kanzler Ulf Pallme König. "Es wird wahrscheinlich wegen der PCB-Belastung abgerissen und bis 2017 neu gebaut." PCB sind Polychloride Biphenyle, die in den 60er Jahren in vielen Gebäuden verbaut wurden, etwa in Deckenplatten oder Fugenmassen, inzwischen aber als schadhaft gelten: So sollen sie Hautveränderungen und Pigmentstörungen hervorrufen und stehen im Verdacht, in hoher Menge krebserregend zu sein.

In den kommenden Wochen sollen die ersten Mitarbeiter von Fachbereichen wie Romanistik, Germanistik und Anglistik mit ihren Büros in containerartige Gebäude – so genannte Modulbauten – hinter der Universitäts- und Landesbibliothek ziehen. "Die Neubauten wirken von Außen nicht mehr wie Container früherer Jahre und sind im Inneren komfortabel", sagt Rektor Piper. Zurzeit werden Teppiche ausgelegt. Im ersten Bauabschnitt werden 40 Büros entstehen.

Abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden auch (nahe des Botanischen Gartens) ein ehemaliges Werkstattgebäude, die dahinter liegenden Chemikalienlager-Bunker und ein Gewächshaus. Bis Ende 2015 soll dort ein neues Gebäude gebaut werden, das dann von den Bereichen Biologie und Biochemie als Labor- und Institutsgebäude genutzt wird. Zudem soll das Gebäude mit einem weiteren Neubau, dem für die Bio- und Lebenswissenschaften, verbunden werden, sagt Pallme König. Die Lebenswissenschaften sind ein wichtiges Aushängeschild der Uni: So wird zum Beispiel ein Forschungsprojekt zur nachhaltigen Pflanzenproduktion als Spitzenforschungszentrum (Exzellenzcluster) von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit acht Millionen Euro gefördert.

Ein architektonischer Höhepunkt und eine wichtige Anlaufstelle für Studenten rund um Fragen zum Studium wird ein Gebäude werden, das die Uni aus eigenen Mitteln baut: ein Glaskubus, in dem das Studierenden-Service-Center der Uni untergebracht wird, eine Anlaufstelle für Fragen rund um das Studium wie Einschreibungen, Exmatrikulationen, Beurlaubungen oder Prüfungsanträge. Zehn Millionen Euro investiert die Uni in den Neubau, der im Frühjahr 2014 fertiggestellt werden soll. "Bislang fehlt uns ein zentraler Anlaufpunkt für die Studenten, wo sie alle ihre Services gebündelt bekommen, aber sich auch zum Austauschen und Lernen treffen können", sagt Rektor Piper. Am 10. Juni ist der Termin für die Grundsteinlegung.

Die Arbeiten sind für die Uni nur der Auftakt für eine grundlegende Sanierung und Modernisierung des Campus. "Unser Sanierungsbedarf liegt bei rund 850 Millionen Euro. Auf dem Campus wird auch in den nächsten 20 Jahren gebaut, Schritt für Schritt modernisiert und saniert", sagt Ulf Pallme König.

(RP)