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Düsseldorf: Uniklinik eröffnet Tropeninstitut in Äthiopien

Düsseldorf : Uniklinik eröffnet Tropeninstitut in Äthiopien

90 Kilometer südöstlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba hat die Klinik für Leber- und Infektionskrankheiten eine Niederlassung geschaffen. Tropenkrankheiten sollen dort erforscht, wichtige Erkenntnisse zur Behandlung gewonnen werden.

Tropenkrankheiten wie Malaria, das Dengue-Fieber, Tuberkulose oder die Ruhr sind den Düsseldorfern näher, als sie vielleicht annehmen. Jedes Jahr werden allein an der Düsseldorfer Uniklinik mehrere Hundert Betroffene behandelt; in einigen Fällen müssen die Patienten wegen der Ansteckungsgefahr sogar in einem Hochsicherheitstrakt behandelt, die hoch ansteckenden Krankheiten so isoliert werden.

Mitgebracht werden die Krankheiten oft aus dem Urlaub in Ländern mit tropischem Klima wie Süd-Afrika oder Äthiopien. Aber auch Einwanderer, die oft gar nichts von ihrer Krankheit wissen, oder Tiere — zum Beispiel Mücken — bringen die teilweise tödlich verlaufenden Krankheiten mit.

Die Idee, ein Forschungsinstitut in einem Land mit tropischen Krankheiten zu eröffnen und Vor-Ort-Forschung zu betreiben, lag daher nahe, sagt Dieter Häussinger, Leiter der Düsseldorfer Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie. Vor kurzem war er auf dem Campus der Adama Universität in Asella, rund 90 Kilometer südöstlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, und eröffnete dort das nach dem Düsseldorfer Unternehmer Wolfgang Hirsch benannte Institut für Tropenmedizin — Hirsch ist mit einer Spende in Höhe von 120 000 Euro der maßgebliche Förderer der Forschungseinrichtung.

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Vor Ort will man vor allem mehr über die Übertragungswege von Tropenkrankheiten lernen, über die man noch viel zu wenig wisse, wie Häussinger sagt. Vor Ort herrschenden Infektionskrankheiten — etwa HIV, Tuberkulose und parasitäre Infektionen — gilt dabei ein besonderes Interesse, denn von den Forschungsergebnissen sollen auch die Äthiopier profitieren. Vor allem Lebererkrankungen stehen im Mittelpunkt, denn Äthiopien gehört zu den Ländern mit den weltweit höchsten Tuberkulose-Neuerkrankungen, was auch eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von Leber-Erkrankten zur Folge hat. Denn die Tuberkulose-Medikamente verursachen teilweise schwerwiegende Leberentzündungen.

In einer Pilotstudie werden sich die Düsseldorfer Mediziner daher mit Ursachen und Verbreitung der Leberkrankheiten beschäftigen, dafür vor Ort auch Krankenhauspatienten systematisch untersuchen. Teil des Projekts ist zudem eine ärztliche Fortbildung für die Diagnose und Behandlung chronischer Leberkrankheiten, um sicherzustellen, dass die Krankheit richtig diagnostiziert und behandelt wird. Düsseldorfer Ärzte, die sich in der Tropenmedizin spezialisieren wollen, sollen zudem zukünftig in Asella einen Teil ihrer Ausbildung absolvieren. Auch äthiopische Ärzte sollen die Chance bekommen, sich nach deutschen Standards weiterzubilden.

Die Düsseldorfer Uniklinik gehört zu den bundesweit wenigen Einrichtungen mit einer ausländischen Niederlassung. Mit dem Institut verbindet Dieter Häussinger die Hoffnung, die Düsseldorfer Forschung in noch größerem Umfang als bisher zu "internationalisieren" und in die oberste Liga der Tropenzentren zu führen.

(RP)