Düsseldorf: Uni vergibt 1000. Deutschland-Stipendium

Düsseldorf : Uni vergibt 1000. Deutschland-Stipendium

Das erfolgreiche Stipendienprogramm "Chancen nutzen" an der Heinrich-Heine-Universität hat Modellcharakter für andere Hochschulen. Heute wurde die 1000. Urkunde seit 2009 vergeben.

Caren Altpeter ist zwar nur eine von 270 Studierenden, die am heutigen Abend in der Heinrich-Heine-Universität im Rahmen des Stipendienprogramms "Chancen nutzen" ihre Urkunden erhalten. Was die angehende Sozialwissenschaftlerin aber auszeichnet: Sie wird als 1000. Teilnehmerin in die bislang fünfjährige Geschichte des internen Förderprogramms der Düsseldorfer Universität eingehen. Es hat für den Stifterverband der Deutschen Wissenschaft Modellcharakter. Er würdigte die Aktivitäten als "schlüssiges Gesamtkonzept mit zahlreichen innovativen Vernetzungsmaßnahmen". Das Finale 2013 zum Hochschul-Wettbewerb "Die Besten begleiten" ist damit erreicht.

Die herausragende Rolle der Heinrich-Heine-Universität hat mehrere Gründe. "Am wichtigsten ist der persönliche Kontakt zwischen Stiftern und Stipendiaten", erläutert Prorektorin Ricarda Bauschke-Hartung. "Wer unser Programm unterstützt, sieht genau, wohin sein Geld geht. Wir organisieren regelmäßige Treffen, bei denen Fragen gestellt und Kontakte vertieft werden können." Derzeit sind 56 Stifter gelistet, Firmen wie Privatpersonen.

Deren monatlicher Beitrag von 150 Euro wird vom Bund um weitere 150 Euro aufgestockt. Damit hat jeder Stipendiat ein Jahr lang monatlich 300 Euro zur Verfügung, danach muss er sich mit guten Leistungen neu bewerben. "Keine riesige Summe für Wohlhabende, aber ein hoher ideeller und praktischer Wert für die Studierenden", sagt die Konrektorin für Studienqualität und Gleichstellung. "Sie müssen dann vielleicht nicht mehr für ihren Unterhalt jobben, sondern können sich stressfrei aufs Studium konzentrieren oder Bücher anschaffen."

Caren Altpeter (23) freut sich über die finanzielle Zuwendung, von der sie ganz klassisch auf dem Postweg erfuhr. "Das Geld wird mir meinen Alltag sehr erleichtern", sagt sie. "Ich möchte einen guten Abschluss machen und eventuell noch einmal ins Ausland gehen." 2012 verbrachte sie bereits ein Semester ihres Bachelorstudiengangs in Prag. Beim Düsseldorfer Stipendienprogramm zählt in erster Linie die Leistung, bei gleichen Noten werden weitere Kriterien, etwa ein soziales Engagement oder die Teilnahme an "Jugend forscht", gewertet. Caren Altpeter beispielsweise hat sich als Tutorin nützlich gemacht. Mit ihrer Fächerkombination Kommunikations- und Medienwissenschaften, Politikwissenschaften und Soziologie orientiert sie sich beruflich in Richtung strategische oder Unternehmens-Kommunikation.

"Stipendienbotschafterin" der Heinrich-Heine-Universität ist von Anbeginn Hannelore Riesner. Sie hat als Hochschullehrerin und Stiftungsgeberin Einblick von zwei Seiten in "Chancen nutzen" und sagt: "Das Motto gilt für die Studierenden wie für die Stifter, von denen wir noch mehr brauchen. Der von uns angestrebte persönliche Austausch ist Gold wert, denn so können interessierte Firmen den Top-Nachwuchs kennenlernen und davon profitieren. Wir haben mit diesem Programm einen Meilenstein erreicht, aber jetzt muss es weitergehen." Heute Abend werden die Stifter eigenhändig die Urkunden an "ihre" Stipendiaten aushändigen. Im Festjahr zum fünfjährigen Bestehen des Programms bekommen auch sie eine Anerkennung — den Kunstdruck "Teilen von Energie" der österreichischen Kunstprofessorin Annemarie Marte-Moosbrugger.

(RP)
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