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Düsseldorf: Uni-Biologin schickt Flechten zur Internationalen Raumstation

Düsseldorf : Uni-Biologin schickt Flechten zur Internationalen Raumstation

Als vor wenigen Tagen eine Rakete vom Typ Progress vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur Internationalen Weltraumstation (ISS) startete, war auch ein Experiment der Heinrich-Heine-Universität an Bord.

Professorin Sieglinde Ott vom Institut für Botanik untersucht mit ihrer Arbeitsgruppe "Symbiotische Interaktionen", ob Flechten des Typs Buellia frigida im Weltraum - vielleicht sogar auf dem Mars - überleben können. Die Flechten werden als Teil des Forschungsprojektes BIOMEX (Biology- and Mars-Experiment) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) an der Außenfläche der Internationalen Raumstation angebracht und dort unter kontrollierten Bedingungen etwa ein Jahr bleiben.

Im Vakuum des Weltraums werden die resistenten Flechten - auf der Erde können sie in der lebensfeindlichen Umwelt der Antarktis leben - und ihre an der Symbiose beteiligten Organismen von Pilz und Alge bzw. Bakterium extremen Temperaturen und (UV-)Strahlen ausgesetzt werden.

Ein anderer Teil des Experiments wird in Düsseldorf vorgenommen: Um später Vergleiche anstellen zu können, werden an der Heinrich-Heine-Universität die Umweltbedingungen auf dem Mars wie Atmosphäre und Boden simuliert.

Die in den beiden Experimenten gewonnenen Erkenntnisse sollen die Basis bilden für den Aufbau einer internationalen Datenbank für Biosignaturen (sehr langlebige Stoffe) im Weltraum und bei der Suche nach Leben im All helfen. So könnten die Ergebnisse zum Beispiel bei künftigen Marsmissionen zum Einsatz kommen, bei denen organische Moleküle auf dem roten Planeten gesucht werden sollen. Das biologische Projekt wird im Weltall durch zwei russische Kosmonauten.

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Finanziert wird die Forschung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und durch das BIOMEX-Forschungsprojekt der Europäischen Weltraumorganisation.

Im August 2016 sollen die Flechten nach Düsseldorf zurückgebracht und dann von den Wissenschaftlern der Universität untersucht und ausgewertet werden.

(RP)