Ungewöhnliche Ideen für das Neubauprojekt Quellenbusch in Düsseldorf

Grünplanung : Urban Gardening im Quellenbusch

Die Freiflächen in dem Gerresheimer Neubaugebiet werden bis zur Düssel ausgebaut. Dabei werden ungewöhnliche Ideen realisiert.

Das Neubaugebiet am Quellenbusch zwischen Torfbruch- und Dreherstraße sowie der nördlichen Düssel in Gerresheim ist noch lange nicht fertig, aber es wird langsam. Auf dem 34 Hektar großen Plangebiet sollen insgesamt einmal 800 Wohnungen entstehen, darunter sind schon jetzt auch besondere Wohnformen, die zum Beispiel besonders die Bedürfnisse von Familien mit Kindern berücksichtigen. Mit dem neuen Lidl an der Dreherstraße wurde auch die Nahversorgungslücke geschlossen.

 Parallel zu der Weiterentwicklung der Neubebauung will die Stadt nun damit fortfahren, das verwilderte Grün neu zu strukturieren. In den ersten beiden Bauabschnitten wurde der Grünzug zwischen Torfbruchstraße, Hallesche Straße und dem westlichen Ende der Radeberger Straße modelliert. Nach Fertigstellung der Neubebauung zwischen Dreherstraße und der Düssel soll der dritte Bauabschnitt des Grünzugs ausgebaut werden, der sich wiederum aus drei Teilbereichen zusammensetzt. Bei Teil eins soll die Wegeverbindung von der Radeberger Straße bis zur Düssel fortgeführt werden. Dort mündet der Weg in einen Platz an der Düssel, „der mehrere Aufenthaltsmöglichkeiten bietet und auch zum Verweilen einladen soll“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage, die am kommenden Dienstag der Bezirksvertretung 7 vorgelegt wird. Die an der Radeberger Straße gepflanzte Baumreihe soll dann entlang des Weges fortgeführt werden. Zur Wohnbebauung ist ein zirka drei Meter breiter Grünstreifen mit einzelnen Strauchpflanzungen vorgesehen.

Bereich Nummer zwei der Maßnahme betrifft die Verlängerung des Nord-Süd-Grünzugs als eine Art Mittelinsel der Merseburger Straße. Dort soll eine Spielwiese mit seitlich angeordneten Bäumen entstehen. Ein innen liegender Aufenthaltsplatz mit Bänken und einer Boule-Bahn sowie einer Wegequerung wurde auf Wunsch der Anwohner der angrenzenden Wohnprojekte wmk3 und Qbus in die Planung integriert. Die in Teilabschnitten geplante Pflanzung in den Randbereichen soll das Gesamtbild abrunden.

Bis zur nördlichen Düssel sollen die Freizeitflächen reichen. Foto: Marc Ingel

Schließlich ist noch vorgesehen, am Ende der Merseburger Straße, zwischen Neu- und Bestandsbauten, die heutige Brachfläche als „Urban Gardening“-Fläche vorzubereiten und den Anwohnern zur Verfügung zu stellen. Außerdem: Alle Bereiche des Grünzuges sollen komplett barrierefrei ausgebaut werden.

Die Investition in die Freiflächen am Quellenbusch wird voraussichtlich rund 360.000 Euro kosten. Baubeginn soll noch in diesem Frühjahr sein, bis zum Herbst könnte bereits alles fertig und nutzbar sein.

Das Wohngebiet am Quellenbusch ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich, das wird auch die weitere Entwicklung zeigen. Fest steht zum Beispiel, dass ein DRK-Pflegeheim mit Dachterrasse und öffentlicher Cafeteria entsteht und dass auch weiterhin Baugemeinschaften Grundstücke zur Verfügung gestellt werden sollen. Auch das Nutzungskonzept für das zentrale 6000 Quadratmeter große Grundstück steht bereits fest: Hier sollen Wohnungen für Azubis, ein Seniorenwohnprojekt, ein Begegnungscafé sowie Wohnungen für junge Behinderte und Alterswohngemeinschaften entstehen.

Das ist zwar noch Zukunftsmusik, aktuell sind dagegen die Beschwerden über Verkehrsprobleme: Pendler würden die inneren Straßen als Umgehungsroute nutzen, daher regen die Bewohner Einbahnstraßenregelungen, Spielstraßen oder zumindest Verkehrsberuhigungsmaßnahmen an. Etwas davon würde dem Quellenbusch sicher gut zu Gesicht stehen.

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