Schmerzensgeld und Lohnausfall: Unfallopfer will Rheinbahn verklagen

Schmerzensgeld und Lohnausfall : Unfallopfer will Rheinbahn verklagen

Vor bald zwei Jahren ist Klaus Willmann in seinem Pkw von einer Straßenbahn erfasst worden. 20 Meter war er durch die Luft gewirbelt worden. Der 71-Jährige erlitt Rippenbrüche, Prellungen, sein Brustbein war gebrochen, seine Zähne mussten gerichtet werden. Der Neusser will die Rheinbahn jetzt verklagen. Er fordert 27.500 Euro Schmerzensgeld und Lohnausfall.

Das jüngste Schreiben des Verkehrsunternehmens hat Willmann darin bestätigt, den Klageweg zu beschreiten. Der Brief habe fast denselben Wortlaut wie der vorherige Schriftverkehr aus dem Rheinbahnhaus. "Die wollen das Ganze aussitzen", vermutet der Rentner. Dabei hatte er große Hoffnung an ein Gespräch mit Rheinbahn-Vorstand Klaus Klar geknüpft: "Er wirkte auf mich und meinen Sohn, der mich begleitet hatte, sehr interessiert und für eine Lösung aufgeschlossen."

Rheinbahnsprecher Eckhard Lander sagt, Klar habe keine Zusagen gemacht, er habe sich lediglich selbst ein Bild von dem Fall machen wollen. Im Übrigen sei das Verkehrsunternehmen sehr wohl gewillt, einen Schlussstrich zu ziehen. "Wenn Herr Willmann uns ein unabhängiges Gutachten vorlegen würde, das in Auftrag gegeben worden ist, könnte die Sache schnell beendet werden. Natürlich vorausgesetzt, dass die Mediziner zu dem Schluss kommen, dass er unter einem posttraumatisches Belastungssyndrom leidet." Die beiden Expertisen von zwei Ärzten akzeptiert die Rheinbahn nicht. Lander: "In seinem eigenen Interesse täte er gut daran, uns dieses dritte Gutachten auszuhändigen."

Um die Schuldfrage geht es nicht mehr. Die ist geklärt. Verursacht hat den Unfall der Straßenbahn-Fahrer. Willmann ärgert sich im Nachhinein darüber, dass er den Rheinbahner selbst nicht angezeigt hat. "Das hätte die Sache vielleicht beschleunigt. Aber ich wollte ihn nicht schädigen: Er hat ja sicher auch Frau und Kinder."