Düsseldorf: Unfallopfer brauchen mehr als Erste Hilfe

Düsseldorf: Unfallopfer brauchen mehr als Erste Hilfe

Beim "Tag des Unfalls" ging es auch um Spätfolgen. So kämpfen viele Unfallopfer noch lange mit psychischen Problemen.

Ein Unfall verändert alles. Entgegen der weitläufigen Meinung geht es für Opfer nicht nur um medizinische Versorgung bei Verletzungen. Auch psychische und rechtliche Beratung noch lange Zeit nach dem Unfall sind entscheidend. Darüber haben Experten beim Tag des Unfallopfers auf dem Schadowplatz informiert. Auch wenn die sichtbaren Wunden schon lange verheilt sein mögen, kämpfen viele Unfallopfer noch lange mit psychischen Folgen. "Viele Opfer werden von den Bildern des Unfalls verfolgt", sagt Ulrich Pasch, Leiter der städtischen Ambulanz für Gewaltopfer. Die Folgen sind beispielsweise Schlaf- und Konzentrationsstörungen oder gar ein Meiden des Verkehrs aus Angst vor einem erneuten Unfall. "In diesen Fällen ist es wichtig, sich schnell Hilfe zu holen", betont Pasch. Die Gewaltambulanz an der Willy-Becker-Allee hilft Betroffenen durch Gespräche sowie mit Techniken zum Umgang mit wiederkehrenden Unfallbildern. Doch viele Menschen scheuen den Weg zu Experten in dem Glauben, mit den Problemen irgendwann allein fertig werden zu können.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen schweren Verkehrsunfall oder "nur" einen Auffahrunfall handelt. Was zählt, sind die Symptome des Betroffenen. Deshalb ist es wichtig, dass diese auch ernst genommen werden. Angehörige sollten ermutigen, Hilfe zu suchen, statt durch Aussagen wie "Es war doch gar nicht so schlimm" Druck auszuüben. Ohnehin sind es häufig nicht nur direkte Opfer eines Unfalls, die Hilfe benötigen. "Auch viele Unfallzeugen sind durch ihre Erlebnisse traumatisiert und brauchen Unterstützung", sagt Pasch.

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Neben einer psychischen Betreuung ist jedoch auch eine rechtliche Beratung wichtig, um im Fall eines Personenschadens etwaige Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Der Verein Subvenio unterstützt deshalb Unfallopfer mit einer kostenlosen Rechtsberatung. Denn ähnlich wie im Fall einer psychischen Betreuung sind viele Opfer davon überzeugt, dass sie die notwendigen Schritte dafür alleine bewältigen könnten. "Viele glauben, das läuft von alleine", sagt Stefanie Jeske, Vorsitzende von Subvenio. Jedoch ist es beispielsweise wichtig, Verletzungen zu dokumentieren und den Polizeibericht auf Fehler zu überprüfen. Der Verein unterstützt Betroffene dabei und hilft gleichzeitig bei der Suche nach geeigneten Anwälten.

(RP)