Unfallhelfer in Düsseldorf verprügelt: Bewährungsstrafe für Angeklagten

Unfallhelfer in Düsseldorf verprügelt: „Es tut mir leid, so viel Leid über ihn und seine Familie gebracht zu haben“

In Düsseldorf ist ein Mann zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er einen Unfallhelfer ins Krankenhaus geprügelt hat. Nun wurde klar, warum der Schläger auf den Mann losging.

Er habe „einfach rot gesehen“ – und dann blindwütig nur noch losgeprügelt. So hat ein 28-jähriger Koch am Donnerstag dem Amtsgericht geschildert, warum er im September 2017 nachts einen Unfallhelfer völlig grundlos krankenhausreif prügelte.

Damals hatte der angetrunkene Angeklagte vom Fenster seiner Wohnung aus beobachtet, wie seine damalige Freundin auf dem Weg zu ihm in Flingern plötzlich auf die Straße lief, dort von einem dunklen Auto angefahren wurde. Als der Angeklagte zu ihr hinunter rannte, dort einen Mann (30) bei seiner Freundin vorfand, habe er geglaubt, es handele sich um den Unfallfahrer. Tatsächlich war es aber ein Ersthelfer, der die Kollision als Augenzeuge beobachtet hatte, dem Unfallopfer nur beistehen wollte. Doch durch die blindwütigen Hiebe des Angeklagten wurden dem 30-Jährigen das Jochbein und die Nase gebrochen, er erlitt eine Risswunde am Unterkiefer, reihenweise Rippenbrüche und eine Lungenverletzung.

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Eine Blutprobe beim Angeklagten ergab damals rund 1,65 Promille. „Es tut mir leid, so viel Leid über ihn und seine Familie gebracht zu haben“, versicherte der Angeklagte am Freitag kleinlaut. Doch habe er die Zeit seit dem Vorfall jetzt auch dazu genutzt, seine Einsicht und Reue konkret auszudrücken. Als Schadensausgleich habe er dem damals schwer verletzten Küchenhelfer nun 10.000 Euro angeboten, die er jetzt mit 300 Euro monatlich abstottern wolle. Bisher habe er bereits 800 Euro gezahlt. Unter diesen Umständen fand das Gericht, dass eine Bewährungsstrafe von 21 Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung für den 28-Jährigen jetzt ausreichend sei. Das Urteil ist rechtskräftig. Ein weiteres Verfahren gegen die tatsächliche Unfallfahrerin (24) war bereits eingestellt worden. Die Ermittlungen gegen sie ergaben nämlich, dass sie an der Kollision mit der Fußgängerin und Ex-Freundin des Angeklagten allenfalls eine „geringe Schuld“ trug.

(wuk)