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Unfall an der Brüsseler Straße: Unfall, Stau und dicke Luft im Rheinalleetunnel

Unfall an der Brüsseler Straße : Unfall, Stau und dicke Luft im Rheinalleetunnel

Nach einem schweren Unfall auf der Brüsseler Straße standen Autofahrer am Dienstag im bis zu einer Stunde lang im Rheinalleetunnel im Stau. Denn auch die Umleitungsstrecken waren dicht. Weil im Tunnel die Ventilatoren ausgeschaltet waren, will ein Fahrer jetzt die Stadtverwaltung anzeigen.

Die Unachtsamkeit eines 52 Jahre alten Sankt Petersburgers hat am Dienstag einen schweren Unfall auf der Brüsseler Straße und in der Folge Kilometerlange Staus in Düsseldorf verursacht. Der Russe, der sich in der Landeshauptstadt nicht auskennt, kam gegen 10 Uhr aus Richtung Seestern, wollte zur A 52 und fuhr irrtümlich an der Ausfahrt Büderich von der Brüsseler Straße ab. In letzter Sekunde bemerkte er seinen Irrtum, lenkte seinen Nissan über die schraffierte Sperrfläche zurück auf die Fahrbahn, fuhr direkt auf den mittleren der drei Fahrstreifen. Dort kollidierte sein Kleinwagen, in dem außer ihm noch vier Personen (21, 31 und 67 Jahre alt) saßen, mit einem BMW-Geländewagen.

Durch die Wucht des Zusammenpralls wurde der Nissan mehrere Meter weit zurück auf die Ausfahrt geschleudert. Ein 31-Jähriger wurde schwer verletzt, die übrigen Insassen des Kleinwagens kamen mit leichten Blessuren davon. Der BMW-Fahrer, ein 45-jähriger Ratinger, überstand den Zusammenprall unverletzt. Beide Autos allerdings waren nicht mehr fahrbereit, am Nissan entstand Totalschaden.

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Weil zahlreiche Trümmerteile weit über die Fahrbahn der Brüsseler Straße und der Ausfahrt verstreut waren, sperrte die Polizei alle drei Fahrspuren in Richtung Kaarst. Erst nach zweieinhalb Stunden waren Unfallaufnahme und Aufräumarbeiten beendet und die Strecke wieder frei.

Der Verkehr war an der Anschlussstelle Heerdt über die Benediktusstraße abgeleitet worden — schnell bildete sích dort und auf der Heerdter Landstraße ein Stau. Auf der Brüsseler Straße staute sich der Verkehr durch den Rheinallee-Tunnel bis auf die Kniebrücke zurück.

Der Krefelder Fotograf Elmar Welge war kurz nach 11 Uhr nach Düsseldorf gefahren, hatte die Unfallstelle gesehen. Als er eine Dreiviertelstunde später auf dem Rückweg war, rechnete er nicht mehr damit, dass dort noch immer eine Sperrung sein könnte. "Und dann stand ich im Rheinufertunnel und rang nach Luft." Etliche Autofahrer hätten Atemschwierigkeiten gehabt, einige in Panik den Notruf gewählt. "Unfassbar: Die Ventilatoren im Tunnel waren während der ganzen Zeit ausgeschaltet." Eine Dreiviertelstunde lang stand Welge im Tunnel. "Ich war kurz davor, mein Auto stehen zu lassen und zu Fuß ins Freie zu gehen." Noch Stunden später klagte er über Halsschmerzen und überlegte: "Ich werde Strafanzeige gegen die Stadt stellen."

Er zweifle nicht daran, dass die Luft im Tunnel stickig gewesen sei, gerade bei den aktuellen Sommertemperaturen, sagte Roland Hahn, stellvertretender Leiter des Amts für Verkehrsmanagement. "Aber ich verbürge mich dafür, dass keine Gesundheitsgefahr bestand." Die Lüftungsanlage im Tunnel habe ausgezeichnet funktioniert, denn sie messe permanent Kohlenmonoxid- und Sichttrübungswerte. "Erst wenn die eine Grenze überschreiten, schalten sich die Ventilatoren ein. Und dann würde der Tunnel auch gesperrt und die Menschen per Lautsprecherdurchsage aufgefordert, sich ins Freie zu begeben", so Hahn. "Die Werte waren am Dienstag nicht im gefährlichen Bereich." Den Tunnel vorsorglich zu sperren, wäre nicht sinnvoll gewesen, sagte Hahn. "Die Umleitungsstrecken und auch die Kniebrücke waren ja kurz nach dem Unfall schon voll".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fünf Verletzte: Unfall auf Brüsseler Straße in Düsseldorf

(sg)