Düsseldorf: Unfälle, Baustellen: Stadt erstickt im Stau

Düsseldorf: Unfälle, Baustellen: Stadt erstickt im Stau

Der Düsseldorfer Innenstadtverkehr kommt seit Tagen immer wieder zum Erliegen. Gründe sind mehrere Baustellen und kleine Unfälle, die im dichten Gedränge passieren und Fahrbahnen zusätzlich blockieren.

"Im Moment reicht in der Stadt schon der kleinste Unfall, um lange Staus auszulösen", sagt Polizei-Sprecherin Susanna Heusgen. So wie Donnerstagmorgen um 9.30 Uhr an der Bastionstraße, als ein 56-jähriger Mercedes-Fahrer versuchte, auf der Breite Straße in Höhe der Bastionstraße nach links abzubiegen. Dabei übersah der 56-Jährige den Mini einer 40-jährigen Frau. Die Frau konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte mit ihrem Wagen gegen den Mercedes. Beide Autos blieben stark beschädigt auf den Gleisen stehen.

Sofort stauten sich Bahnen und Autos zurück bis auf die Heinrich-Heine-Allee. "Der Unfall sorgte für erhebliche Beeinträchtigungen", sagt Susanna Heusgen.

Einen besonderen Anstieg der Unfallzahlen hat die Polizei derzeit nicht zu verzeichnen. Es sei aber so, dass das schöne Wetter viele Leute in die Stadt locke, die nach dem langen und kalten Winter endlich mal wieder flanieren und bummeln wollen. Dazu komme, dass derzeit keine Ferienzeit ist und sich viele ihren Urlaub für den feiertagreichen Mai aufgespart haben.

Aufgrund der Tausendfüßler-Baustelle ist die Verkehrssituation in der Innenstadt immer noch sehr angespannt, so die Polizei. Immerhin hat die alte (und inzwischen komplett verschwundene) Hochstraße pro Tag rund 30 000 Fahrzeuge aufgenommen. Und die müssen sich derzeit andere Routen auf ihrer Nord-Süd-Fahrt suchen.

  • Fotos : Stau nach Unfall an der Breite Straße in Düsseldorf
  • Fotos : Schwerer Unfall auf der Rheinkniebrücke

Nicht mehr lange, dann werden die Autofahrer wieder auf der alten Strecke die Nord-Süd-Route durch die Innenstadt fahren können: Der Bau einer provisorischen Straße in Richtung Berliner Allee und Immermannstraße beginnt, sobald die letzten Trümmer des Tausendfüßlers weggeräumt sind. Diese Strecke wird so lange genutzt, bis auch der darunter verlaufende Tunnel fertig ist für den Verkehr. Ob die Interimsstraße die gleiche Kapazität aufnehmen wird wie der Tausendfüßler, muss sich erst zeigen.

In den letzten Tagen war Düsseldorf allerdings auch von Unfällen in der Nachbarschaft betroffen: Sind naheliegende Autobahnen überlastet, weichen manche auch schon mal auf Querverbindungen durch die Stadt aus.

Bei der Stadtverwaltung geht man davon aus, dass die neue, provisorische Straße bis zur dritten Juni-Woche fertig ist. Davon verspricht man sich eine große Entlastung des Verkehrs. Ähnlich wie die Polizei sehen auch die Verkehrsplaner keine konkreten Gründe für die zurzeit häufigen Staus. Es sei halt ein sehr hohes Verkehrsaufkommen, heißt es. Das sei für die Zeit zwischen Mitte April und Anfang Mai nicht selten — nur wenige Leute sind in Urlaub, und viele nutzen das schöne Wetter für einen Besuch der Landeshauptstadt. Ab der nächsten Woche werde sich das Bild sicher ändern — im Mai gibt es reichlich Brückentage, die viele Menschen für einen Kurzurlaub nutzen werden.

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