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Düsseldorf: Umweltverband will Diesel-Autos von der Corneliusstraße verbannen

Düsseldorf : Umweltverband will Diesel-Autos von der Corneliusstraße verbannen

In den Messstationen an Nordrhein-Westfalens Straßen sind in den vergangenen Jahren einige Negativrekorde aufgezeichnet worden. Unangefochtener Spitzenreiter ist jedoch die Corneliusstraße im Düsseldorfer Stadtteil Friedrichstadt. Dort wurde der Grenzwert für Stickstoffdioxid 2014 um 20 Mikrogramm überschritten. Das ist ein Drittel mehr, als nach Vorgaben der EU-Kommission zulässig wäre. In einem Schreiben von Juni an Bundesaußenminister Steinmeier droht die Kommission mit empfindlichen Strafgeldern, wenn Deutschland die seit 2010 geltenden Werte nicht einhält.

Doch wie das funktionieren soll, ist ungewiss. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Nordrhein-Westfalen (BUND) hält es für notwendig, dass bestimmte Straßenzüge für Dieselfahrzeuge gesperrt werden. "Wir haben eine horrende Belastung an der Corneliusstraße", sagte Dirk Jansen, BUND-Geschäftsleiter, der RP. "Wir müssen den motorisierten Individualverkehr eindämmen", findet er. Auch die EU-Kommission empfehle gebietsweise Sperrungen.

Die schlechten Messwerte beziehen sich auf die Belastung mit Stickstoffdioxid. Mit den eingerichteten Umweltzonen und den damit verbundenen Plaketten ist es weitgehend gelungen, der Verschmutzung mit Feinstaub Einhalt zu gebieten. Etwa 70 Prozent des Stickstoffdioxids in der Luft sind auf den Verkehr zurückzuführen, heißt es vom BUND. Das sei bei Feinstaub ein weitaus geringerer Anteil.

Stefan Ferber, Leiter des Umweltamtes der Stadt Düsseldorf, weist darauf hin, dass eine solche Sperrung für Dieselfahrzeuge nur vom Bundesgesetzgeber beschlossen werden könne. "Wir haben dafür keine gesetzliche Grundlage", sagte er. Auch die Umweltplakette sei damals vom Bund beschlossen worden. Darüber hinaus hält Ferber ein Verbot für die Corneliusstraße nicht für zielführend. "Das wird uns nicht helfen", glaubt Ferber. Die Autofahrer mit Dieselmotor würden auf andere Straßen ausweichen, weshalb die Gesamtbelastung mit Stickstoffdioxid gleich bliebe.

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Es gebe zwar grundsätzlich "ganz viele Hebel, an denen man drehen könne", aber das Problem mit Stickstoffdioxid sei schwieriger zu lösen als das mit Feinstaub. Innerhalb der Kommune würde man sich sicherlich zeitnah zusammensetzen und über Möglichkeiten beraten. Die EU-Kommission hat dazu auch steuerliche Vergünstigungen ins Gespräch gebracht. Das aber, sagt Stefan Ferber, sei keine Schraube, an der die Kommune drehe.

(her)