Ehemaliges Gefängnis Düsseldorf: Ulmer Höh' wird neuer Mode-Standort

Ehemaliges Gefängnis Düsseldorf : Ulmer Höh' wird neuer Mode-Standort

Gerhard Weber, Chef des Modeunternehmens Gerry Weber, will in Düsseldorf weiter expandieren. Auf dem Grundstück der früheren Justizvollzugsanstalt in Derendorf plant er einen Komplex mit Showrooms, Hotel und großer Tiefgarage.

Nach dem Umzug der Justizvollzugsanstalt nach Ratingen gibt es für das frühere Gelände der Ulmer Höh' neue Pläne. So sollen auf dem Areal, das zum größten Teil im Besitz des Landesbetriebs BLB ist, etwa 350 Wohneinheiten entstehen. Im nördlichen Bereich grenzt das Grundstück direkt an die Halle 29, ein Gebäude mit Showrooms, in denen Modemarken Facheinkäufern ihre Kollektionen präsentieren.

Erbaut hat die Halle Gerhard Weber, Chef eines westfälischen Modekonzerns, zu dem auch die Marke Gerry Weber gehört. Weber möchte nun auf dem Ulmer-Höh'-Gelände weiter expandieren. Nach der Halle 29 und der vor etwa einem Jahr in unmittelbarer Nachbarschaft eröffneten Showroom-Halle 30, soll nun Nummer "29+" folgen. Sie soll vier Etagen haben und direkt an die Rückseite der Halle 29 gebaut werden. "Diese lange Wand sieht derzeit unschön aus", sagt Weber im Gespräch mit der Rheinischen Post. Andere Bauten müssten zudem 30 Meter Abstand halten. Wenn jedoch die Gerry Weber International AG ein neues an ihr bestehende Gebäude setze, dann biete sich die Möglichkeit, diese Stelle "immens aufzuwerten".

Mit seinem Plan stößt Weber im Rathaus auf Wohlwollen. "Durch die geplante Halle 29+ wird der Modestandort Düsseldorf gestärkt. Ich danke Herrn Weber für die Zusammenarbeit für die Mode", betont OB Dirk Elbers (CDU). Nun wird offiziell die Bauvoranfrage gestellt. "Wenn alles klappt, könnten wir das Projekt nächstes Jahr realisieren", sagt Weber.

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Anders als die Hallen 29 und 30 ist die Halle 29+ nicht als reines Showroom-Objekt vorgesehen. Weber plant in dem Riegel von etwa 220 Metern Länge und 30 Metern Tiefe, der aus zwei Gebäuden besteht, außerdem ein Hotel mit etwa 100 Zimmern, einem 1800 Quadratmeter großen Event- und Kongressbereich und Penthouse-Wohnungen in der obersten Etage.

Weil in diesem gesamten, in den vergangenen Jahren vom Industrie- zum Modestandort gewandelten Bereich stets Parkplatznot herrscht, soll auch eine zwei- bis dreigeschossige Tiefgarage mit 600 bis 900 Stellplätzen entstehen. Die Mode soll aber auch bei diesem Objekt eine Hauptrolle spielen. Während in den anderen beiden Hallen zum größten Teil Modemarken des mittleren Segments vertreten sind, hat Weber für die Halle 29+ auch Mieter aus dem gehobenen Bereich im Blick. Als Angriff auf den Showroom-Standort Kaiserswerther Straße, wo vor allem hochpreisige Marken vertreten sind, will er das jedoch nicht verstehen. "Wir haben noch keinen Kontakt aufgenommen, aber die Nachfrage ist da", betont er.

Seine neue Investition sieht Weber als klares Bekenntnis zum Modestandort Düsseldorf. "In Berlin betreibt unser Vertreter einen 800 Quadratmeter großen Showroom für unsere Marken. Aber Düsseldorf hat für uns absolute Priorität, daher planen wir keinen Messeauftritt in Berlin." Besonders für ausländische Facheinkäufer sei Düsseldorf und speziell Derendorf der ideale Orderstandort.

Seine Kundschaft komme aus Russland, Kanada, Osteuropa, dem Mittleren Osten und sogar aus Australien. Alleine die zwei bestehenden Hallen bieten Showroom-Flächen von knapp 30 000 Quadratmetern, etwa 15 000 weitere Quadratmeter würden mit dem neuen Gebäude entstehen. Hinzu kommen etliche Showrooms in der Nachbarschaft, etwa in den innerhalb der vergangenen Jahre eröffneten Gebäude "Lighthouse" und "Double-U" auf dem früheren Rheinmetall-Gelände sowie das "Rote Haus" und das "Gelbe Haus" an der Rather Straße. "Was wir alle zusammen bewegt haben, ist eine Stärkung der Modestadt Düsseldorf gegenüber Berlin."

(RP/jco)
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