Uerige Düsseldorf Kabarett 2018

Kabarettistischer Abend : Wenn im Uerigen Reiner Tisch gemacht wird

Bei der Kabarett-Show mit dem ultimativem Monatsrückblick von Frank Küster ging es auch um den Besuch des türkischen Staatspräsidenten in dieser Woche.

Es wurde zu einem Abend, den man so schnell nicht vergisst. Der „Reine Tisch“ im Uerige, der kabaretistisch-komödiantische Monatsrückblick, bot pointierte Politsatire, intelligent Schwachsinniges, abgedreht Wortwitziges und tiefgründig Humoristisches. „Reiner Tisch“-Gastgeber Frank Küster und seine Gäste, Kleinkünstler Matthias Reuter sowie Quatschmacher Achim Knorr, waren in Hochform und boten so das wohl amüsanteste Bauchmuskel- und Zwerchfell-Training aller Fitnessstudios.

Und fit, jedenfalls geistig fit, musste man sein, um einige der verqueren, dreimal um die Ecke gedachten Pointen verstehen und folglich darüber lachen zu können. Profunde Einblicke ins aktuelle internationale und bundesweite Zeitgeschehen schadeten zum Gag-Verständnis auch nicht. So verband Küster eloquent den Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recip Tayyip Erdogan mit dem bundeswehrbedingten Moorbrand in Meppen. „Erdogan wurde mit militärischen Ehren empfangen. Kann man so oder so sehen. Aber immerhin konnte unsere Bundeswehr beweisen, dass sie aktiv werden kann ohne einen Flächenbrand zu hinterlassen“, karikierte Küster.

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Erdogan weihte dann auch die neue Moschee in Köln ein. „Was hat der Türke als solcher mit dem Islam zu tun? Das ist doch eine Frage des Glaubens und nicht der Staatszugehörigkeit. Die letzte Einweihung einer römisch-katholischen Kirche wurde ja auch nicht von Silvio Berlusconi vorgenommen“, kritisierte der Düsseldorfer Haus- und Hof-Kabarettist.

Küster ließ satirisch nichts aus, was im September für Schlagzeilen sorgte. Der Brexit, die Pünktlichkeit der Bahn, Plastikmüll, der Kampf um den Hambacher Forst, Missbrauchsvorwürfe in der katholischen Kirche und viele Themen mehr behandelte Küster auf scharfzüngig-kabarettistische Art, musikalisch gekonnt untermalt von Andreas Hirschmann (Keyboard) und Marcel Mader (Trommel). Alles bekam sein Fett weg, nur Achim Knorr nicht. „Ich habe in einer Gewichtstabelle nachgesehen, ich könnte 1,90 Meter groß sein“, witzelte Knorr. „Aber ich konnte nix machen, ich bin im Streit auseinandergegangen.“ So platt blieb Knorr nicht. Er fragte, ob Jesus ein Hohlkreuz hatte oder ob ein Spielschein einer depressiven Tombola Trostlos heißt.

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