Düsseldorf: Über Gehalt von Kollegen geplaudert - 500 Euro Strafe

Düsseldorf : Über Gehalt von Kollegen geplaudert - 500 Euro Strafe

Eine ehemalige Angestellte einer Kanzlei auf der Kö ging gegen das Bußgeld nun vor Gericht vor.

Plaudereien unter Kollegen über die Gehälter in einer Kö-Kanzlei für Wirtschaftsrecht hat eine Rechtsanwaltsfachangestellte (24) nicht nur den dortigen Job gekostet. Zudem sollte sie 500 Euro Buße zahlen wegen Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz.

Doch ihr Protest dagegen hatte beim Amtsgericht gestern Erfolg. Das Verfahren wegen angeblicher "Betriebsspionage", wie eine ihrer Ex-Kolleginnen das nannte, wurde eingestellt. Ohne ein Bußgeld. Von Herbst 2016 bis Sommer 2017 hatte die junge Frau in jener Kö-Kanzlei gearbeitet, sich dann angeblich mit einem der dortigen Anwälte und einer Bürokollegin über Brutto-Löhne von anderen Angestellten unterhalten - und konkrete Zahlen genannt. Sofort keimte beim Kanzlei-Management der Verdacht, sie habe sich nicht nur an Personalunterlagen bedient, zu denen sie keinen Zugang haben sollte - sondern habe die dort entdeckten Details auch noch ausgeplaudert. Gerade solche Gespräche seien ihr laut Arbeitsvertrag aber verboten gewesen.

Neben dem Rausschmiss (der später beim Arbeitsgericht in einen gütlichen Vergleich abgemildert wurde) bekam sie noch eine Strafanzeige ihrer Ex-Chefs wegen Verstoßes gegen den Datenschutz. Vor Gericht sagte die 24-Jährige dazu zwar kein Wort. Aber drei Zeugen aus der Kanzlei konnten auch nicht erklären, woher die 24-Jährige solche Detailkenntnisse über Gehälter der anderen Angestellten gehabt haben mag. Da es dem Richter zudem nicht gelungen war, auch nur einen Zeugen aus dem Kanzlei-Management zum Auftritt vor Gericht zu bewegen, befand er, dass "von dort das Interesse an einer Verfolgung des Vorfalls wohl nicht allzu ernst genommen" werde. Also hat er das Verfahren gegen die Frau eingestellt.

(wuk)
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