Düsseldorf: Über 20.000 Kurden bei friedlicher Demo

Düsseldorf : Über 20.000 Kurden bei friedlicher Demo

Aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland reisten die Teilnehmer an und demonstrierten gegen den IS-Terror in ihren Herkunftsländern

Angekündigt waren 12.000 Menschen, am Ende war es nach Schätzung der Polizei fast doppelt so viele: Rund 21.000 Kurden haben am Samstag in Düsseldorf gegen den IS-Terror in Syrien und dem Irak protestiert.

Mit ihrem Umzug wollten sie aufmerksam machen auf den Kampf der Kurden gegen die Terroristen des so genannten islamischen Staates, der Tausende das Leben gekostet hat und derzeit zigtausende zur Flucht vor den extrem brutalen IS-Kämpfern zwingt. Auf vielen Plakaten tauchte der Name der syrischen Stadt Kobane auf, die gerade von den IS-Milizen belagert und von Kurden verteidigt wird.

Die Demonstration hatte auf den Oberkasseler Rheinwiesen begonnen, in einem kilometerlangen Zug ging es von dort über die Oberkasseler Brücke, die Heine-Allee, den Burgplatz und über die Uferpromenade bis zum Landtag. In Oberkassel kam es zeitweise zu Verkehrsproblemen, weil die Polizei die Luegallee und die Brücke gesperrt hatte, auch in der näheren Umgebung im Bereich der Innenstadt staute sich manchmal der Verkehr.

Demo war straff organisiert

Das von manchen befürchtete Verkehrs-Chaos blieb allerdings aus. Nicht zuletzt, weil viele Autofahrer sich auf die Situation eingestellt hatten und andere Routen wählten. Zudem war die die Demo straff organisiert, Ordner sorgten für geregelten Ablauf. Der Demonstrationszug war am Anfang so lang, dass die Spitze bereits den Landtag erreicht hatte, während das Ende noch auf den linksrheinischen Wiesen stand.

Die Polizei hatte, wie angekündigt, mehrere Hundertschaften im Einsatz und zeigte deutlich ihre Präsenz. Die Strecke war gesichert, einige Kreuzungen gesperrt, und mobile Trupps griffen dort ein, wo es zu Problemen kam. Als zum Beispiel auf der Rheinkniebrücke in Höhe des Landtages eine Gruppe nicht näher identifizierbarer Personen von oben den unten vorbeigehenden Zug beobachten wollten, war sie sofort umringt von Beamten - schließlich war nicht auszuschließen, dass es von oben zu Angriffen auf die unten gehenden Menschen kommen würde.

Zum befürchteten Auftauchen von IS-Sympathisanten wie den hier lebenden Salafisten kam es nicht, bis zuletzt registrierte die Polizei keinerlei Vorkommnisse. In einigen Fällen erstattete die Polizei Strafanzeige, weil Demonstranten verbotene Zeichen und Symbole trugen. Einige Einsätze von Krankenwagen waren nötig, weil Demo-Teilnehmer Schwächeanfälle erlitten. Auffallend waren die vielen Familien mit zum Teil sehr kleinen Kindern, oft in Kinderwagen und eine ganze Reihe älterer Menschen, die in ihren typischen Trachten mit marschierten.

Unterschiedliche Gruppen hatten sich zusammen getan, viele zeigten durch entsprechende Plakate ihre Sympathie für den in der Türkei in Haft sitzenden PKK-Führer Öcalan. Bereits kurz nach 15 Uhr machten sich die ersten auf den Heimweg - und nicht wenige nutzten den Tag für ein Picknick auf den Rheinwiesen mit Familien-Treffen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2014: Zehntausende Kurden ziehen durch Düsseldorf

(ho)