1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: U3-Betreuung: Nur eine Klage zum Stichtag

Düsseldorf : U3-Betreuung: Nur eine Klage zum Stichtag

Von heute an haben die Eltern von Ein- und Zweijährigen einen Rechtsanspruch auf Betreuung. Rund 2000 Plätze fehlen. Wer keine Kita in Anspruch nimmt, kann ab sofort Betreuungsgeld beantragen.

Der Andrang auf Düsseldorfer Kindertagesstätten und Tageseltern ist ungebrochen. Zwar greift seit heute der Rechtsanspruch auch für unter Dreijährige. Doch das nützt einer Reihe Düsseldorfer Jungen und Mädchen wenig. "Knapp 2000 Wünsche konnten nicht berücksichtigt werden", sagt Jugendamtsleiter Johannes Horn. Trotzdem ist Düsseldorfs oberster Betreuungskoordinator zufrieden. Nur fünf Klagen gab es bislang in Düsseldorf mit Blick auf den nicht erfüllten Rechtsanspruch. "Vier wurden inzwischen zurückgenommen, weil wir im Dialog mit den Eltern Lösungen gefunden haben. Eine ist noch anhängig", sagt Horn. Plätze in Spielgruppen, die Zusage, in bald fertigen Einrichtungen oder zusätzlich geschaffenen Gruppen unterzukommen, hätten die Lage entspannt.

Bis Ende des Monats wird Düsseldorf bei den Betreuungsangeboten für unter Dreijährige eine Quote von 39 Prozent schaffen und steht damit im westdeutschen Vergleich relativ gut da. "Zum Beginn des Kita-Jahres 2013/14 bieten wir damit 6725 unter Dreijährigen eine Betreuungsmöglichkeit", sagt Horn. Davon entfallen 4139 Plätze auf öffentlich geförderte Kitas. Tageseltern tragen mit 1619 Plätzen zu der Quote bei. Hinzu kommen betreute Spielgruppen und nicht geförderte Tageseinrichtungen. Bis zum Sommer 2014 will die Stadt die U3-Quote auf 41,5 Prozent erhöhen. Dann sollen 7277 Plätze im Stadtgebiet zur Verfügung stehen. "Aber weil auch das in einer wachsenden Großstadt wie Düsseldorf nicht reicht, ist es mein Ziel, mittelfristig eine Versorgungsquote von 60 Prozent zu erreichen", sagt Oberbürgermeister Dirk Elbers. Für die Betreuung in Kitas und in der Tagespflege gibt die Landeshauptstadt nach eigenen Angaben 2013 insgesamt 232,7 Millionen Euro aus. Gegenüber dem Vorjahr bedeute das ein Plus von 9,7 Millionen Euro. "Wir sind auf einem guten Weg", sagt der Rathaus-Chef.

  • Der Transport­service soll Menschen mit Handicap
    Sportausschuss in Düsseldorf : Ein „Fit-Mobil“ für Menschen mit Handicap
  • Die städtischen Kindertagesstätten in Kempen sollen
    Kinderbetreuung in Kempen : Städtische Kitas erhalten stellvertretende Leitung
  • Sportförderung in Düsseldorf, hier am Tanzhaus.
    Sportamt Düsseldorf : Digitales Angebot Check’D gewinnt Auszeichnung
  • Eine Jugendliche steht in ihrem Zimmer
    Kinder in Not : SPD schlägt Bildungslotsen gegen Schulabbrüche vor
  • Der Spielplatz an der Ahornstraße nahe
    Angebote für Kinder in Rheinberg : Politik nimmt Spielplätze ins Visier
  • Leonie Menzel (rechts) fuhr 2018 noch
    Rudern : Leonie Menzel schenkt sich selbst das Tokio-Ticket

Auch die SPD-Fraktion bewertet die Düsseldorfer Entwicklung positiv: "Ich bin zuversichtlich, dass die Verwaltung alles unternehmen wird, den Rechtsanspruch so schnell wie möglich vollständig zu erfüllen", sagt Ursula Holtmann-Schnieder (SPD), Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. Freilich sei die heutige Quote erst durch einen Kraftakt der SPD-geführten Landesregierung möglich geworden.

Für Eltern, die ihr Kind bis zum dritten Lebensjahr in keine Kita oder Tagespflege schicken wollen, gibt es seit heute die Möglichkeit, Betreuungsgeld zu beantragen. Bis Anfang der Woche waren 15 Anträge bei Sozialamtsleiter Roland Buschhausen eingegangen. Grund für den zaghaften Start: Die staatliche Leistung von zunächst 100 Euro im Monat ist an einen Stichtag gekoppelt. Nur für Kinder, die ab dem 1. August 2012 (und nicht wie ursprünglich geplant ab dem 1. Januar 2012) geboren wurden, können Eltern einen Antrag stellen. Hinzu kommt: Betreuungsgeld gibt es erst, wenn die Familie kein Elterngeld mehr bezieht. Nehmen Mutter und Vater eine Elternzeit, gibt es 14 Monate lang Elterngeld. "Das Betreuungsgeld greift also oft erst ab dem 15. Lebensmonat. Die ab dem 1. August 2012 Geborenen sind aber noch gar nicht so alt. Deshalb erwarte ich erst im Herbst deutlich mehr Anträge", sagt Buschhausen.

(RP)