Umbau für Wehrhahn-Linie: U-Bahn: Acht Millionen Euro teurer

Umbau für Wehrhahn-Linie : U-Bahn: Acht Millionen Euro teurer

Die Rheinbahn muss acht Millionen Euro investieren, um die oberirdische Strecke für die neue Wehrhahn-Linie umzubauen. In den kommenden Wochen wird deshalb die Strecke im Düsseldorfer Osten und in Ratingen gesperrt.

Die Straßenbahn-Fahrgäste zwischen Düsseldorf und Ratingen müssen sich ab dem 6. September auf Busse umstellen. Der Streckenabschnitt der Linie 712 zwischen den Stationen "Schlüterstraße/Arbeitsagentur" und "Ratingen Mitte" wird für mindestens acht Wochen gesperrt sein. Die Strecke gehört zum oberirdischen Teil der künftigen Wehrhahn-Linie. Um die Bahnsteige und Gleise den städtischen Plänen für die neue U-Bahn anzupassen, muss die Rheinbahn rund acht Millionen Euro investieren.

Durch den Tunnel, den das Amt für Verkehrsmanagement derzeit gräbt, sollen künftig drei Linien fahren: Die U71 zwischen Gerresheimer Krankenhaus und der Heinrich-Heine-Uni, die U 72 zwischen Volmerswerth und Ratingen und die U 73 zwischen Gerresheim S-Bahnhof und Benrath. Wegen der erwarteten zusätzlichen Fahrgäste sollen auf den Strecken vor allem die silbernen Züge von 60 Metern Länge eingesetzt werden. Dafür sind viele oberirdische Bahnsteige zu kurz. Auf der Strecke zwischen dem Osten der Landeshauptstadt und Ratingen sind dies zwölf Haltestellen (siehe Grafik).

Neue Kabel, entschärfte Kurven

Die Rheinbahn macht eine 3,6 Kilometer lange Strecke "stadtbahn-gerecht". Das heißt, die Gleise werden so gelegt, dass dort sowohl die silbernen Stadtbahnen (2,47 Meter breit) als auch die roten (2,65 Meter) eingesetzt werden können. Außerdem verlängert das Nahverkehrsunternehmen die Bahnsteige auf 60 Meter und verstärkt die Fahrleitungen. Bisher fahren auf der Strecke die alten gelben Bahnen oder kürzere Silberpfeile. Wenn künftig im Zehn-Minuten-Takt 60 Meter lange Züge über die Strecke rollen, wird so viel Strom benötigt, dass die heutigen Drähte nicht ausreichen. Zugleich nutzt die Rheinbahn den Umbau, um die Trasse angenehmer zu gestalten und zwischen Düsseldorf und Ratingen einige Kurven zu entschärfen.

Die Bahnsteige werden dabei auf den Standard gebracht, den Fahrgäste zum Beispiel vom Graf-Adolf-Platz kennen. Sie steigen langsam (sechs Prozent Steigung) auf die Höhe von 25 Zentimetern an, damit Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen problemlos zur Bahn gelangen. Rillen im Boden leiten Blinde den Weg entlang des Bahnsteigs, den Punkt auf Höhe der ersten Zugtür markiert ein so genanntes Aufmerksamkeitsfeld. Außerdem erhalten die Stationen die elektronischen Anzeigen für Wartezeiten ("Dynamische Fahrgastinformation") und Notrufsäulen.

Die Sperrung verursacht auch im Fahrbetrieb der Rheinbahn einen großen logistischen Aufwand. Um die Bahnen auf dem gesperrten Stück zu ersetzen, sind mehr Busse erforderlich, als die Rheinbahn sie für den Schienenersatzverkehr in Reserve hat. Deshalb leiht sie die Fahrzeuge von einem privaten Hersteller. Die Fahrer werden ausschließlich für den Zeitraum der Sperrung engagiert. Die Rheinbahn will ähnliche Personal-Engpässe wie zuletzt während der Großen Kirmes vermeiden.

Im kommenden Jahr stehen weitere oberirdische Arbeiten für die neue U-Bahn auf dem Programm. Die Rheinbahn nimmt sich dann die Strecke der 703 von der Schlüterstraße Richtung Gerresheimer S-Bahnhof vor. Außerdem soll spätestens Anfang 2011 der Aachener Platz in Bilk umgebaut werden.

(RP)
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