Düsseldorf: Tunnelbau für Kö-Bogen voll im Zeitplan

Düsseldorf: Tunnelbau für Kö-Bogen voll im Zeitplan

Bei einem Rundgang hat sich Rathaus-Chef Geisel ein Bild vom Fortschritt gemacht. Die Rampen sind im Rohbau fertig.

Im Wahlkampf hatte Thomas Geisel das Großprojekt Kö-Bogen oft kritisiert. Doch der neue Rathaus-Chef hält nicht viel davon, sich an Dingen abzuarbeiten, die sich nicht rückgängig machen lassen. Und so kann er dem Kö-Bogen sogar viel Positives abgewinnen: "Ich freue mich darauf, dass Fußgänger und Radfahrer diesen Teil der Innenstadt zurückerobern, wenn alles fertig ist, das wird ein enormer Gewinn", sagt er freimütig bei einem Rundgang über die Baustelle.

Die ist beeindruckend, schließlich entstehen gerade jene Autotunnel, die bald unterirdisch die 2013 abgerissene Hochstraße Tausendfüßler ersetzen sollen. Bereits im Herbst soll die Strecke teileröffnet werden, Ende des Jahres dann komplett in Betrieb gehen. Am 20. Februar folgt der Start der neuen U-Bahnstrecke Wehrhahn-Linie. "Dann sind auch die größten Baustellen weg", sagt Geisel. Die Kosten für den Nord-Süd-Tunnel belaufen sich auf 132,4 Millionen Euro. Der Kö-Bogen liegt somit sowohl zeitlich wie finanziell im Rahmen - was bei Großprojekten nicht selbstverständlich ist. "Das zeigt, dass professionell gearbeitet worden ist", sagt der Rathaus-Chef zufrieden.

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Der Nord-Süd-Tunnel wird insgesamt 675 Meter lang. Die 84 Meter lange Einfahrtsrampe befindet sich in der Hofgartenstraße in Höhe des Theatermuseums. Die beiden Ausfahrtrampen liegen in der Immermannstraße und in der Berliner Allee. Die Tunnelsohlen liegen zwischen sieben und 14 Metern tief. Insgesamt wurden 36 000 Kubikmeter Beton eingebaut und 8000 Lkw-Ladungen Boden abgetragen.

Besonders spannend ist auf Höhe der Libeskind-Bauten der Blick in die Baugrube. Dort wird im mittleren Tunnelstück eine so genannte Unterwasserbetonsohle gebaut. Um zu garantieren, dass das Grundwasser weiterhin ungehindert zum Rhein fließen kann, reichen die Schlitzwände, die die Seiten des Tunnels bilden, nicht - wie sonst üblich - bis in die wasserundurchlässige Tertiärschicht, sondern sind kürzer. Das Besondere: Die Betonplatte wird unter Wasser gebaut, erst wenn ein geschlossener Raum entstanden ist, wird das Wasser abgeleitet. Dabei sind speziell ausgebildete Bauarbeiter als Taucher am Werk. Geisel ist fasziniert: "Eine größere Herausforderung als das Neujahrsschwimmen im Rhein."

(RP)