Tuifly macht Düsseldorf zum wichtigsten Airport

Zahl der Flieger soll steigen: Tuifly macht Düsseldorf zum wichtigsten Airport

Der Ferienflieger der Tui schlüpft nach Lufthansa und Ryanair mit in die Lücke, die die insolvente Air Berlin am Düsseldorfer Flughafen hinterlassen hat. Die Zahl der Flieger soll weiter steigen.

Die Fluggesellschaft Tuifly baut ihr Engagement am Düsseldorfer Flughafen deutlich aus. Statt der heute vier werden bald sechs Maschinen an Nordrhein-Westfalens größtem Airport stationiert sein. Heute besteht die Flotte überwiegend aus Jets vom Typ Boeing 737-800. Im kommenden Jahr wird die erste neue Maschine vom Typ Boeing 737-Max 8 in Dienst gestellt, die die älteren Boeings nach und nach ersetzen sollen.

Der neue Flugzeugtyp verbraucht weniger Kerosin und ist nach Angaben eines Tuifly-Sprechers 40 Prozent leiser. Die Flugzeuge haben eine Reichweite von 6500 Kilometern, deutlich mehr als die älteren. Sie könnten damit theoretisch auch auf mittleren Langstrecke eingesetzt werden, etwa auf die arabische Halbinsel. Langfristig soll die Zahl der in Düsseldorf stationierten Tuifly-Flieger sogar noch steigen.

Zunächst will sich Tuifly, die sich ausschließlich als Ferienflieger versteht, ab Düsseldorf auf mehr Warmwasserziele konzentrieren. Insgesamt sollen es im Sommer 22 ab Düsseldorf sein.

Mehr als 6000 Starts und Landungen für 2018 geplant

"Mehr als 1,1 Millionen Sitze werden wir dieses Jahr von und nach Düsseldorf anbieten und damit nicht nur neue Destinationen wie Funchal auf Madeira, Enfidha in Tunesien und Marsa Alam in Ägypten ansteuern, sondern auch unsere Bestseller wie die Kanaren oder Balearen", sagte Roland Keppler, Chef der Tuifly, am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Interconti an der Kö.

Mit 22 Zielen expandiert die Ferienfluggesellschaft weiter und macht Düsseldorf zur größten Station im eigenen Streckennetz vor Frankfurt und Hannover. Für das Gesamtjahr 2018 sind mehr als 6000 Starts und Landungen am Düsseldorfer Flughafen geplant. Im Jahresverlauf beträgt das Wachstum nach eigenen Angaben im Vergleich zum Jahr 2017 ab Düsseldorf 26 Prozent, im stark frequentierten Ferienmonat Juli sogar 46 Prozent.

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Tuifly unterhält in Düsseldorf auch einen eigenen Wartungsstützpunkt. Insgesamt beschäftigt die Tui-Tochter am Standort in der Landeshauptstadt 250 Mitarbeiter, darunter 20 in der Technik. Keppler plant einen weiteren Aufbau.

Marktanteile der Airlines nach Air-Berlin-Insolvenz neu verteilt

Für Flughafenchef Thomas Schnalke ist Tuifly ein "strategischer Partner". Am Donnerstag bekräftigte er sein Ziel, bis zum Jahresende wieder das gleiche Angebot für Reisende zu bieten, wie vor der Insolvenz der Air Berlin, die ja mit Abstand die wichtigste Fluggesellschaft in Düsseldorf war.

Schnalke mahnte auch in Richtung Landesregierung, die beantragte Kapazitätserweiterung von 47 auf 60 Starts- und Landungen pro Stunde in den Spitzenzeiten durchzuwinken. "Wir haben geliefert, ich hoffe, dass es jetzt in absehbarer Zeit klappt", so Thomas Schnalke. Zurzeit seien so gut wie keine freien Slots verfügbar, außer vielleicht zu für Airlines uninteressanten Zeiten wie etwa am Samstagnachmittag. Der Flughafen setzt nach eigenen Angaben auf eine Konkurrenzsituation.

Durch den Wegfall der für Düsseldorf wichtigen Air Berlin haben sich die Marktanteile der Airlines ganz neu verteilt. An Platz eins steht jetzt die Lufthansa-Billigtochter Eurowings mit 40 bis 50 Prozent Marktanteil. Mit großem Abstand folgt dann Condor mit acht bis zehn Prozent. Tuifly stünde also mit etwa fünf bis sechs Prozent auf Platz drei. Tuifly befördert zu 70 Prozent die Kunden der Konzernmutter Tui und fliegt deshalb auch Ziele an, die sonst keine Airline anfliegt, wo aber die Vertragshotels oder Kreuzfahrtschiffe der Tui liegen. Darüber hinaus befördert Tuifly die Kunden anderer Reiseveranstalter und auch Einzelkunden.

(tb)