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Wegen Streit um Ministerin: Türken demonstrieren vor niederländischem Konsulat in Düsseldorf

Wegen Streit um Ministerin : Türken demonstrieren vor niederländischem Konsulat in Düsseldorf

Vor dem niederländischen Generalkonsulat in Düsseldorf haben sich in der Nacht auf Sonntag etwa 300 Menschen versammelt, um gegen die Absagen von Veranstaltungen türkischer Politiker in den Niederlanden zu protestieren.

Die Versammlung begann ab 23 Uhr auf dem Kennedydamm. Polizeikräfte sperrten die Straße stadteinwärts ab Nordfriedhof. Sie ließ die Demonstranten gewähren. Die Kundgebung sei friedlich verlaufen, teilte die Polizei nach Mitternacht mit. Die Polizei habe die Veranstaltung und das Konsulat geschützt. Vor Ort seien etwa 150 Beamte gewesen. Die Polizei setzte auch Hundestaffeln sowie einen Hubschrauber ein, um sich aus der Luft ein Bild von der Lage zu machen.

Immer wieder kamen Autos in der Gegenrichtung vorbei, die hupten und aus dem Fenster Türkeifahnen schwenkten. Die Demonstranten schwenkten Türkei-Fahnen, skandierten "Gott ist groß", "Holland Nazis" und "Lügenpresse" und zeigten den "Wolfsgruß" der rechtsextremen türkischen MHP-Partei (Milliyetçi Hareket Partisi, auch "Graue Wölfe" genannt).

Anlass der Demonstration ist der Streit zwischen den Niederlanden und der Türkei um Wahlkampfauftritte türkischer Politiker. Er eskalierte am Samstag, nachdem die türkische Familienministerin dort zur "unerwünschten Ausländerin" erklärt und zur Grenze eskortiert worden war. Bereits am Tag zuvor hatte die niederländische Regierung dem Flugzeug von Außenminister Mevlüt Cavusoglu die Landeerlaubnis verweigert.

Am Freitagabend hatte der türkische Sportminister Akif Cagatay Kilic bei einem Auftritt in Köln vergleichsweise versöhnliche Töne angeschlagen und die deutsch-türkische Freundschaft betont.

(lukra/hpaw/dpa)