Betonwand an Baustelle angebohrt: "Tuborine": Erste Zentimeter sind geschafft

Betonwand an Baustelle angebohrt: "Tuborine": Erste Zentimeter sind geschafft

Der Anstich ist gemacht. "Tuborine", die Tunnelbohrmaschine, hat begonnen, sich in die Betonwand in Bilk zu fressen. Dort, wo der Schachteingang für die Wehrhahnlinie entstehen soll. Den Tag über tat sich allerdings nicht viel auf der Baustelle.

"Ich habe bereits ein Betonstück bei mir auf dem Schreibtisch liegen", berichtet Andrea Blome. Sie ist Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement, das für den Bau der Wehrhahn-Linie zuständig ist. Am Donnerstagnachmittag tat sich allerdings auf der Großbaustelle weiter nichts. Alles, was vom Rand der Baugrube aus zu erkennen war, war ein frischer, noch nasser und sandiger Kranz von etwa 20 bis 30 Zentimetern: So weit hat sich "Tuborine" bis zum Vormittag vorangeschoben.

Mehr passierte auch in den folgenden Stunden nicht. Rund um die Baugrube, wo Passanten stehen blieben und Mitarbeiter von Bilfinger Berger von einem Teil der Baustelle zum anderen liefen, tat sich anscheinend mehr als im Inneren. Entsprechend enttäuscht wirkten die Neugierigen am Rande der Baugrube. Viele von ihnen kommen täglich, einige seit Beginn der Bauarbeiten. Sie möchten erleben, wie es ist, wenn die großen Schälmesser sich in die Betonwand hineinfressen.

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Bei etwa vier Grad harrten sie stundenlang aus und starrten in die Tiefe, wo im Laufe des Tages immer mal wieder Mitarbeiter der Baufirma zusammenkamen, sich anscheinend berieten - und dann wieder gingen. Die meisten Zuschauer waren am Mittwoch gekommen; nach offiziellen Angaben hätte die Maschine ursprünglich Mittwochmittag ihren Betrieb aufnehmen sollen.

"Es gibt keinen exakten Fahrplan", wiegelte Donnerstagmittag Stadtsprecher Manfred Blasczyk ab. Man müsse die Maschine "langsam anlaufen lassen". Das sei eben etwas anderes, als wenn man bei sich zu Hause ein Loch in die Wand bohre. Die Betonschicht der Baugrube, durch die sich "Tuborine" hindurchfressen muss, ist zwei Meter dick. Dahinter beginnt das Erdreich und damit die eigentliche Fahrt.